Donnerstag, 15.11.2018
 

Kompressor | Beitrag vom 15.12.2017

Nach der Pleite von "Beate Uhse"Sex sells - aber wie?

Susanne Gahr im Gespräch mit Gesa Ufer

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Ein Sex-Shop der Beate Uhse AG in Hannover. (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)
"Man darf als Player nicht an Dingen festhalten, die einmal gut liefen", sagt Susanne Gahr vom Erotikhandel Orion. (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)

Wie bringt man mehr Spaß ins Liebesleben? Der Beate-Uhse-Konzern versuchte darauf mit Sexshops, -filmen und -spielzeugen zu antworten. Heute musste er Insolvenz anmelden. Susanne Gahr vom Erotikhandel Orion verrät die Erfolgsrezepte ihrer Firma.

Wie bringt man mehr Spaß ins Liebesleben? Der Beate-Uhse-Konzern versuchte darauf mit Sexshops, -filmen und -spielzeugen zu antworten. Heute musste er Insolvenz anmelden. Susanne Gahr vom Erotikhandel Orion verrät ein Erfolgsrezept.

Die Orion AG aus Flensburg ist in den 1980er-Jahren aus einer Teilung des Beate-Uhse-Imperiums entstanden. Sie wurde zum größten Konkurrenten des Stammhauses und ist bis heute erfolgreich. 

Abschied von der Videokabine

"Wir sind eher stilvoll in den Markt gegangen", betont Susanne Gahr. Man habe sich mehr auf Erotik und Frauen als Kundinnen konzentriert als auf die Pornoindustrie. Außerdem sei man ein familiengeführter Betrieb und keine Aktiengesellschaft wie "Beate Uhse" und habe frühzeitig das Onlinegeschäft in den Blick genommen.

"Man darf als Player nicht an Dingen festhalten, die einmal gut liefen. Beispielsweise die Videokabinen, die es bei 'Beate Uhse' sehr lange in den Fachgeschäften gab, die hat es bei Orion nie gegeben. Wenn dann dort etwas wegbricht wie diese Videokabinen, dann bricht auch ein wichtiger Wirtschaftszweig weg, und das macht einem Unternehmen zu schaffen."

Erotik als Lifestyle-Thema

Die Modernisierungsversuche des Konzerns wie eine Verweiblichung des Logos mit einem Herz oder die Kooperation mit Modeketten, habe eher aktionistisch gewirkt, kritisiert Gahr. Am Ende wird sie grundsätzlich:

"Im Grunde genommen profitiert davon jedes Unternehmen, wenn die Erotik in der Gesellschaft einen festen Platz hat und wahrgenommen wird als Lifestyle-Thema."

Heute hat der Beate-Uhse-Konzern Insolvenz angemeldet. Was einst Bahn brechend mit Sexfilmen und -spielzeug begann, konnte sich auf dem sich verändernden Erotikmarkt nicht halten.

(cosa)

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(Deutschlandfunk, Aus Kultur- und Sozialwissenschaften, 25.05.2017)

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