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Tonart | Beitrag vom 22.07.2019

Musikerin Kelsey Lu"Verletzlichkeit ist ein großer Teil meiner Kunst"

Kelsey Lu im Gespräch mit Andreas Müller

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Kelsey Lu posiert mit Cello (Joern Pollex/Getty Images)
Kelsey Lu beim Überjazz Festival in Hamburg: Erlebnisse, in Noten verarbeitet. (Joern Pollex/Getty Images)

Sie ist Sängerin, Cellistin und Songwriterin: Kelsey Lu sorgt momentan mit Musik für Aufsehen, die sich nicht eindeutig stilistisch zuordnen lässt. Im Interview verrät die 29-Jährige, was sie inspiriert und warum sie sich in ihren Videos nackt zeigt.

Die Mutter war Pianistin, der Vater spielte Percussion in einer Band, sie selbst lernte Cello – und doch durfte sie nicht Musik studieren. Ihre Eltern waren Zeugen Jehovas und verboten es. Also lief Kelsey Lu mit 18 Jahren von zuhause davon, um zu tun, was sie wollte. Als Cellistin und Sängerin arbeitete sie zunächst als Studiomusikerin, unter anderem für Lady Gaga.

Nach ihrer EP "Church" von 2016 hat die 29-Jährige aus Los Angeles jetzt ihr erstes eigenes Album herausgebracht: "Blood". Auf den zwölf Eigenkompositionen verarbeitet sie viel Privates. Musik sei eine unbewusste Therapie für sie, sagte Kelsey Lu im Deutschlandfunk Kultur. Bevor sie wisse, wie sie ihre Gefühle und Erlebnisse in Worte fasse, verarbeite sie sie in Noten.  

Traumartige Songs

Ihr Musikstil lässt sich nur schwer bestimmen. Ihre Songs wirken traumartig, irgendwo zwischen Klassik, Folk und Electro. Bei Kelsey Lu kommen viele Einflüsse zusammen. Eine Inspiration sei Joni Mitchell für sie gewesen, berichtet sie. Auf ihrem Album "Blood" covert Kelsey Lu auch "I’m Not in Love" von 10cc aus dem Jahre 1975. Daran habe sie die ungewöhnliche Struktur fasziniert, ebenso wie die Entstehung des Songs, der ein "kreatives Happening" gewesen sei.

Kelsey Lu gibt in ihrer Musik nicht nur viel von sich preis, auch in ihren Musikvideos zeigt sie sich sehr freizügig. Nacktheit sei für sie eine Art von Selbstermächtigung, sagt sie und gibt sich selbstbewusst: "Ich denke, dass der menschliche Körper im Allgemeinen schön ist. Und ich denke, dass ich schön bin." Verletzlichkeit sei ein großer Teil ihrer Kunst.

(leg)

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