Musiker mit "Fön"
Auf seiner CD "Du kannst alles haben" verknüpft Bruno Franceschini deutsche Texte mit italienischer Musik und umgekehrt. Er singt von verschobenen Aufbrüchen und tröstender Besessenheit, aber stets mit jubelnder Melancholie. Mit seiner literarischen Boygroup "Fön", die mit leichtfüßigem Jazz und lyrischen Texten verzaubert, ist er derzeit auf Tournee.
Nachwuchswettbewerb im Berliner BKA-Theater. Die Jury hat sich gerade zurückgezogen. Jetzt kommt gemächlichen Schrittes der Gewinner des letzten Jahres in grauem Anzug und weißem Hemd auf die kleine Bühne. Er soll das Publikum bis zur Entscheidung unterhalten.
Während seine Musiker sich bereits im Takt bewegen, steht der 1,83 große Sänger ganz ruhig im Scheinwerferlicht. Und als wären sie nicht zu bändigen, stehen seine braunen dichten kurzen Haare vereinzelt ein wenig ab. Er gestikuliert nicht, verzieht keine Miene. Nur für einen Moment schließt er seine braunen Augen.
Auch in seiner geräumigen Altbauwohnung im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg, die er sich mit zwei Frauen teilt, bedient der 33-Jährige nicht das Klischee vom feurigen Italiener. Er wirkt sehr zurückgenommen und introvertiert.
Bruno Franceschini: " Ich muss jetzt nicht auch immer den Künstler abgeben in sozialen Situationen, wo es nicht unbedingt gefragt ist, das glaube ich nicht, ich gehe jetzt nicht auf Partys und bringe meine Gitarre mit und zwinge die Leute zuzuhören. "
Aufgewachsen ist Bruno Franceschini in "La rustica" einem Vorort von Rom. Das Grundstück mit der Villa erwarb der Großvater nach dem Krieg. Er war als deutscher Soldat nach Italien gekommen, hatte sich verliebt und blieb. Die Muttersprache des Großvaters lernt er (Bruno Franceschini) in einem deutschen Kindergarten in Rom. Dorthin hatten ihn die Eltern, ein Rechtsanwalt und eine Professorin für Mikrobiologie, geschickt, weil dieser auch am Nachmittag geöffnet hatte. Zu Hause hört Bruno Franceschini den Großvater oft Bach am Flügel spielen. Er selbst erhält mit sechs Jahren Klavierunterricht, später lernt er noch Gitarre und Saxophon und spielt während der Schulzeit in verschiedenen Bands Jazz.
Bruno Franceschini: " Ich dachte nicht wirklich daran, Musiker zu werden, also ich glaube vor allem, ich dachte nicht, dass man es werden darf oder kann. "
Und so studiert er nach dem Abitur Philosophie in Rom, später dann in Tübingen und Berlin Germanistik. Neben dem Studium macht Bruno Franceschini aber weiter Musik. Salonpop nennt er die. Geprägt haben ihn da vor allem die italienischen Lieder der 60er Jahre. So tritt er zunächst auch nur mit einem rein italienischen Programm auf, bevor er sich an deutsche Liedtexte wagt.
Bruno Franceschini: " Auf Deutsch zu singen, war am Anfang eine sehr schöne, eine befreiende Erfahrung, weil die deutsche Sprache mir eine Maske geschenkt hat für die Bühne, etwas, womit ich spielen konnte so wie ein Instrument wie ein Requisit, weil es nicht wirklich meine Sprache ist und es was sehr Persönliches ist, auf einer Bühne zu singen. "
Bei seinen Auftritten lernt er die Autoren Michael Ebmeyer, Tilman Ramstedt und Florian Werner kennen. Zunächst begleitet er ihre Lesungen auf dem Klavier. 2001 gründen sie dann zusammen die literarische Boygroup "Fön".
Bruno Franceschini sitzt links am Flügel. Auch für die neue CD "Ein bisschen plötzlich" hat er wieder die Musik komponiert.
Bruno Franceschini: " Für ein Lied komponiere ich melodisch, also mit einer Melodie, bei sehr lang gesprochenen Prosatexten natürlich nicht. Da denke ich viel mehr flächig und harmonisch und versuche einen Teppich zu bauen. "
Die Melodien für die Lyrik und Prosa von "Fön" hat er schnell im Ohr. Danach aber muss er diese noch sorgfältig ausarbeiten. Täglich sitzt Bruno Franceschini deshalb bis zu vier Stunden am kleinen E-Piano in seinem WG-Zimmer. Manchmal aber geht er auch in den nahe gelegenen Probenraum von "Fön" und übt dort am Klavier.
Bruno Franceschini: Die Inspiration kommt nicht aus dem Nichts. Es ist klar, dass ich am Klavier sitze, auch wenn ich jetzt nichts genau vor Augen habe. Am Klavier sitzen, bedeutet auch einfach, ein bisschen die Seele mit den Fingern baumeln zu lassen.
Service:
Die Gruppe "Fön" ist mit ihrer neuen CD "Ein bisschen plötzlich" auf Tour. Heute sind sie im Haus der Jugend in Freiburg zu hören und sehen. Weitere Termine unter www.euerfoen.de.
Während seine Musiker sich bereits im Takt bewegen, steht der 1,83 große Sänger ganz ruhig im Scheinwerferlicht. Und als wären sie nicht zu bändigen, stehen seine braunen dichten kurzen Haare vereinzelt ein wenig ab. Er gestikuliert nicht, verzieht keine Miene. Nur für einen Moment schließt er seine braunen Augen.
Auch in seiner geräumigen Altbauwohnung im Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg, die er sich mit zwei Frauen teilt, bedient der 33-Jährige nicht das Klischee vom feurigen Italiener. Er wirkt sehr zurückgenommen und introvertiert.
Bruno Franceschini: " Ich muss jetzt nicht auch immer den Künstler abgeben in sozialen Situationen, wo es nicht unbedingt gefragt ist, das glaube ich nicht, ich gehe jetzt nicht auf Partys und bringe meine Gitarre mit und zwinge die Leute zuzuhören. "
Aufgewachsen ist Bruno Franceschini in "La rustica" einem Vorort von Rom. Das Grundstück mit der Villa erwarb der Großvater nach dem Krieg. Er war als deutscher Soldat nach Italien gekommen, hatte sich verliebt und blieb. Die Muttersprache des Großvaters lernt er (Bruno Franceschini) in einem deutschen Kindergarten in Rom. Dorthin hatten ihn die Eltern, ein Rechtsanwalt und eine Professorin für Mikrobiologie, geschickt, weil dieser auch am Nachmittag geöffnet hatte. Zu Hause hört Bruno Franceschini den Großvater oft Bach am Flügel spielen. Er selbst erhält mit sechs Jahren Klavierunterricht, später lernt er noch Gitarre und Saxophon und spielt während der Schulzeit in verschiedenen Bands Jazz.
Bruno Franceschini: " Ich dachte nicht wirklich daran, Musiker zu werden, also ich glaube vor allem, ich dachte nicht, dass man es werden darf oder kann. "
Und so studiert er nach dem Abitur Philosophie in Rom, später dann in Tübingen und Berlin Germanistik. Neben dem Studium macht Bruno Franceschini aber weiter Musik. Salonpop nennt er die. Geprägt haben ihn da vor allem die italienischen Lieder der 60er Jahre. So tritt er zunächst auch nur mit einem rein italienischen Programm auf, bevor er sich an deutsche Liedtexte wagt.
Bruno Franceschini: " Auf Deutsch zu singen, war am Anfang eine sehr schöne, eine befreiende Erfahrung, weil die deutsche Sprache mir eine Maske geschenkt hat für die Bühne, etwas, womit ich spielen konnte so wie ein Instrument wie ein Requisit, weil es nicht wirklich meine Sprache ist und es was sehr Persönliches ist, auf einer Bühne zu singen. "
Bei seinen Auftritten lernt er die Autoren Michael Ebmeyer, Tilman Ramstedt und Florian Werner kennen. Zunächst begleitet er ihre Lesungen auf dem Klavier. 2001 gründen sie dann zusammen die literarische Boygroup "Fön".
Bruno Franceschini sitzt links am Flügel. Auch für die neue CD "Ein bisschen plötzlich" hat er wieder die Musik komponiert.
Bruno Franceschini: " Für ein Lied komponiere ich melodisch, also mit einer Melodie, bei sehr lang gesprochenen Prosatexten natürlich nicht. Da denke ich viel mehr flächig und harmonisch und versuche einen Teppich zu bauen. "
Die Melodien für die Lyrik und Prosa von "Fön" hat er schnell im Ohr. Danach aber muss er diese noch sorgfältig ausarbeiten. Täglich sitzt Bruno Franceschini deshalb bis zu vier Stunden am kleinen E-Piano in seinem WG-Zimmer. Manchmal aber geht er auch in den nahe gelegenen Probenraum von "Fön" und übt dort am Klavier.
Bruno Franceschini: Die Inspiration kommt nicht aus dem Nichts. Es ist klar, dass ich am Klavier sitze, auch wenn ich jetzt nichts genau vor Augen habe. Am Klavier sitzen, bedeutet auch einfach, ein bisschen die Seele mit den Fingern baumeln zu lassen.
Service:
Die Gruppe "Fön" ist mit ihrer neuen CD "Ein bisschen plötzlich" auf Tour. Heute sind sie im Haus der Jugend in Freiburg zu hören und sehen. Weitere Termine unter www.euerfoen.de.