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Konzert / Archiv | Beitrag vom 22.11.2019

Musikalischer Abschluss des Bauhaus-Jahres in DessauVon Bauhaus zu Beethoven

Moderation: Stefan Lang

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Die Musiker haben sich auf der Baustelle des Bauhausmuseums mit Abendkleidung versammelt. (Anhaltisches Theater Dessau / Claudia Heysel)
Die Mitglieder der Anhaltischen Philharmonie stehen inmitten der Baustelle des neuen Bauhausmuseums in Dessau. (Anhaltisches Theater Dessau / Claudia Heysel)

Das "Bauhaus-Jahr" neigt sich dem Ende. So widmete sich die Anhaltischen Philharmonie Dessau noch einmal der Musikabteilung, in der auch Heinz Tiessen wirkte. Sein Opus 21 verarbeitet klassische Elemente, die ebenso in Beethovens 4. Sinfonie zu finden sind.

Das letzte Sinfoniekonzert der Anhaltischen Philharmonie in Dessau im Bauhaus-Jahr 2019 war keinem einzelnen Bauhaus-­Meister gewidmet. Das Programm erinnerte daran, dass die meisten der später am Bauhaus Lehrenden Mitglied in der sogenannten Novembergruppe waren. Diese war eine Ende 1918 gegründete Sammelbewegung avantgardistischer Künstler verschiedenster Genres.

In der Musiksektion der Gruppe waren Kurt Weill, Hanns Eisler, Stefan Wolpe und auch Heinz Tiessen aktiv. Dessen bereits 1914/15 entstandenes und 1924 überarbeitetes Rondo in G-Dur bewegt sich noch in klassizistischen Bahnen. Es weist damit auf das Ende des Programmes: Beethovens 4. Sinfonie. 

Ein anderes großes "B": Britten

Emotionale Eindringlichkeit war ein Kennzeichen der Musik Benjamin Brittens. Mit dieser zeichnet sich im Besonderen seine 1943 entstandene Serenade aus, die die außergewöhnliche Besetzung Tenor, Horn und Streicher fordert. Britten vereint in seinem Werk unterschiedliche Gattungen wie Lied, Kantate, Suite, Solokonzert und Kammermusik. Die vom Komponisten ausgewählten englischen Texte kreisen um Empfindungen, die sich bei Sonnenuntergang oder in der Nacht ausbreiten.

Der Sänger schaut leicht lächelnd in die Kamera. (Robin Tritschler / Garreth Wong)Der irische Tenor Robin Tritschler wechselt gern zwischen Opern- und Liedrepertoire. (Robin Tritschler / Garreth Wong)

Als Benjamin Britten 1977 starb, schrieb der estnische Komponist Arvo Pärt als Erinnerung an den britischen Kollegen seinen instrumentalen Cantus. Ein leiser Glockschalg eröffnet das Werk. Und beendet es auch - aus der absoluten Stille erwachsend und dahin wieder zurück gehend.

In der Pause sprach Stefan Lang mit Hans Rotmann, dem Intendanten des Impuls Festivals für Neue Musik in Sachsen-Anhalt,  zur schwierigen Planungslage seines Festivals, sowie mit Dirigenten und Generalmusikdirektor Markus L. Frank und dem Dramaturgen der Philharmonie Ronald Müller.

Live aus dem Anhaltischen Theater Dessau

Heinz Tiessen
Rondo G-Dur op. 21

Benjamin Britten
Serenade op. 31 für Tenor, Horn und Streicher

Arvo Pärt
"Cantus in memoriam Benjamin Britten" für Streichorchester und eine Glocke

Ludwig van Beethoven
Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60

Robin Tritschler, Tenor
Christoph Eß, Horn
Anhaltische Philharmonie Dessau
Leitung: Markus L. Frank

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