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Interview / Archiv | Beitrag vom 18.01.2019

Museumsbesuch in der Mittagspause Appetit auf Kunst und Stulle

Simone Mergen im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Ein Besucher sitzt in der Bundeskunsthalle mit dem Rücken zur Kamera vor einem Bild der Ausstellung "Malerfürsten"auf einer Bank. (imago / epd / Meike Boeschemeyer)
Ausstellungen sollen stärker besucht werden, deshalb werben Museen mehr um berufstätige Besucher. Hier die Bundeskunsthalle in Bonn. (imago / epd / Meike Boeschemeyer)

Schnupperbesuche in der Mittagspause bieten einige Museen an, um Berufstätige stärker in ihre Ausstellungen zu locken. Die 35- bis 45-jährigen Besucher seien unterrepräsentiert, sagt Simone Mergen vom Deutschen Museumsbund.

Einige Museen bieten in der Mittagszeit eine kurze Führung mit Lunchpaket an, um Berufstätige Appetit auf ihre Ausstellungen zu machen. "Es gibt schon viele Ideen und viele neue Angebote", sagte Simone Mergen vom Deutschen Museumsbund im Deutschlandfunk Kultur. Die Museen versuchten mit solchen Initiativen vor allem Berufstätige zwischen 35 und 45 Jahren zu erreichen, die in einer intensiven Familienphase steckten und wenig Zeit hätten.  

Schneller Rundgang

Angebote in der Mittagspause oder am Abend bewährten sich, sagte Mergen. Die Bonner Kunst- und Ausstellungshalle biete seit einigen Jahren eine "Kunstpause" an, in der ein schneller, begleiteter Rundgang durch eine Ausstellung zusammen mit einem Lunchpaket angeboten wäre. Der Preis liegt bei insgesamt neun Euro. Ein anderes Angebot auf der Website lädt Eltern mit ihren Babys unter dem Motto "Vom Wickeltisch ins Museum" zum Ausstellungsbesuch ein.  

Eintritt als Hürde

Es sei oft leichter, erst einmal einen Schnupperbesuch in der Mittagspause zu machen, um dann zu entscheiden, ob man mit der Familie oder mit Freunden nochmal ausführlicher wiederkomme. "Das ist so ein Appetithäppchen, um im Bild der Mittagspause zu bleiben, das ich sehr gerne nutze." Mergen sagte, dass freier Eintritt in ein Museum diese Hürde natürlich zusätzlich senke. Im Haus der Geschichte, in dem sie in Bonn arbeite, sei der Eintritt beispielsweise kostenlos. Das sei für solche Kurzbesuche ein großer Vorteil.

Angebote für Senioren

Die Museen versuchten stärker auf die unterschiedlichen Wünsche ihrer Besucher einzugehen, sagte Mergen. Für Senioren gebe es Angebote für Personen mit viel Zeit. Sie könnten nach dem Besuch einer Ausstellung noch in einem Erzählcafé zusammen kommen und viele Stunden im Museum verbringen.

(gem)

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