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Fazit | Beitrag vom 12.01.2019

Museum wird LandesstiftungMehr Sicherheit für Kleist-Gedenken

Direktorin Hannah Lotte Lund im Gespräch mit Anke Schäfer

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Das bild zeigt eine historische Ausgabe eines Kleist-Werks und eine Zeichnung des Dichters. ( Patrick Pleul / dpa)
Historische Ausgabe eines Kleist-Werks und eine Zeichnung des Dichters. ( Patrick Pleul / dpa)

Die Marquise von O., Der zerbrochene Krug oder Michael Kohlhaas – der Dichter Heinrich von Kleist ist der im Ausland am häufigsten gespielte deutsche Dramatiker. Das einzige Kleist-Museum in Frankfurt/Oder wurde jetzt zu einer Landesstiftung.

Zehn Jahre hat es gedauert, bis das Museum in Kleists Geburtsstadt Frankfurt/Oder Landesstiftung wurde, sagt dessen Direktorin Hannah Lotte Lund im Deutschlandfunk Kultur. Das gebe der Einrichtung für die Zukunft Sicherheit. "Das Land Brandenburg hat sich die Kleist-Erbe-Pflege ins Gesetz geschrieben. Das ist eine langfristige Planung, die dadurch möglich wird."

Moderne Themen

Im nächsten Schritt solle mehr Personal eingesetzt werden. Hierfür müsse der Bund noch zustimmen.

Kleist sei wegen der Bandbreite seiner Darstellungsformen aber auch seiner Themen heute noch aktuell. So werde in seinem Theaterstück "Penthesilea" der Geschlechterkampf und die Rolle der Frau verhandelt.

"Das ist an manchen Stellen überraschend modern. Gerade in Penthesilea gestaltet er diesen nahezu unauflöslichen Geschlechterkonflikt – wie gleichberechtigt kann man sein, wie kann man den anderen für sich gewinnen, aber seine Individualität behalten", so Lund.

Vielfältige Darstellungsformen

Kleist habe sich in seinem kurzen Leben – er wurde nur 34 Jahre alt – äußerst vielfältig schriftlich geäußert. Er habe acht Dramen, acht Erzählungen und unzählige "kleine Formen" veröffentlicht.

"Er hat ja auch fast die erste Tageszeitung in Deutschland herausgegeben. Er hat seine Stimme also in diesen verschiedenen Formaten eingebracht, von denen einige sehr modern sind." Auch der Versuch, in vielfältigen Formen in die Gegenwart einzuwirken, bringe ihn uns heute näher, so die Direktorin des Kleist-Museums.

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