Mouse on Mars: "AAI"

    Künstliche Intelligenz als Sparringspartner

    10:41 Minuten
    Eine Konzertbühne: In der Mitte ein Schlagzeuger, gerahmt von zwei Musikern an Mischpulten. Das Licht beleuchtet die Szene in einer Weise, dass sie wie das Negativ einer Schwarzweißfotografie erscheint.
    KI als Kompositionspartner: Mouse on Mars haben ein Album mit einem synthetischen Gegenüber produziert. © picture alliance / Eventpress Hoensch | Eventpress Hoensch
    Jan St. Werner im Gespräch mit Vivian Perkovic · 09.03.2021
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    Wie verhält sich künstliche Intelligenz zu Kreativität? Das erforscht das Elektro-Experimente-Duo Mouse on Mars auf seinem neuen Album „AAI - Anarchic Artificial Intelligence“.
    Das neue Album von Mouse on Mars heißt "AAI - Anarchic Artificial Intelligence". Protagonist ist eine synthetische Stimme: Das Elektro-Duo nutzt gesprochene Passagen des Autors und Wissenschaftlers Louis Chude-Sokei.
    Mit diesen wurde eine KI-Software gefüttert, die dann nach und nach gelernt hat, das Sprechmuster von Chude-Sokei nachzuahmen. Zugleich kontrollieren Mouse on Mars die Stimm-Software in Tempo oder Tonhöhe.
    Allerdings habe die Stimme auch eine Begabung für Anarchie, sagt Mouse on Mars-Musiker Jan St. Werner:
    "Dadurch, dass sie lernen kann, kann sie auch Fehler machen. Oder sie kann sich abwenden von dem eigentlich vorgezeichneten Weg. Sie kann sich mit anderen künstlichen Intelligenzen verbinden, absprechen, kann innehalten und mit Unvorgesehenem aufwarten."

    Die Stimme liefert Klang

    Die künstliche Stimme sei ein inspirierender Sparringspartner, meint der Elektro-Musiker. Sie spreche, sie liefere Klang. Die Musiker wiederum greifen ein: "Wir nehmen die Stimme auseinander, wir stretchen sie." Er empfinde das Album dennoch nicht als künstlich, sagt Werner: Es klinge vielmehr "sehr warm und sehr organisch".
    (huc)
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