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Kompressor | Beitrag vom 08.03.2017

Moskauer Schule bereitet auf Monarchie vorZurück ins Zarenreich?

Gesine Dornblüth im Gespräch mit Max Oppel

Ein Porträt des letzten russischen Zaren, Nikolaus II. (dpa picture alliance / Tass/ Alexander Demianchuk)
Ein Porträt des letzten russischen Zaren, Nikolaus II. (dpa picture alliance / Tass/ Alexander Demianchuk)

Eine kleine Privatschule in der Nähe von Moskau bereitet Kinder auf die Rückkehr des Zarenreiches vor, mit Lektionen in Bibelkunde, finanziert von einem russischen Milliardär. Eine Gefahr für Russland oder nur eine von vielen Splittergruppen?

Für deutsche Ohren mag die Vorstellung ungewohnt bis bedrohlich klingen: In einer Privatschule in der Nähe von Moskau werden seit mehr als zehn Jahren Kinder mit dem Gedanken erzogen, die Monarchie wieder einzuführen. 

Mittlerweile hätten gut 400 Schüler diese Schule besucht, sagt die ehemalige Russland-Korrespondentin Gesine Dornblüth. Eine der Grundlagen der Schule sei die religiöse Ausrichtung. Es gebe Bibelkunde als Schulfach und der Tag beginne mit einem Morgengebet. "Die Teilnahme am Gebet ist verpflichtend", sagt Dornblüth. "Patriotismus, Orthodoxie und Autokratie, also in diesem Fall Monarchismus", das seien die Werte, die im Vordergrund stünden.

Der Finanzier, der Oligarch Konstantin Malofejew, sei ursprünglich Investmentbanker gewesen und betreibe auch einen eigenen Fernsehsender. "Da sieht man eine Mischung aus religiösem Fundamentalismus und Nationalismus", sagt Dornblüth.

Russische Regierung tut wenig gegen Extremisten

Die Frage, als wie gefährlich diese Schule einzuschätzen sei, sei schwer zu beantworten. "Es gibt ganz viele krude Gruppen, die derzeit in Russland auftreten und für Aufsehen sorgen", sagt Dornblüth. Es gebe neben Monarchisten auch viele Fans der Roten Armee, Gruppen, die den Zweiten Weltkrieg nachspielten, und solche, die Stalin verehrten.  

Andererseits seien Bewegungen wie die, die hinter der Schule stehen, immer bedrohlich. Noch wichtiger: "Gefährlich ist, dass die Regierung gegen diese Extremisten auch nichts wirklich tut." Die monarchistischen Elemente deckten sich teilweise sogar mit der Staatspropaganda. Der Zar habe schließlich für einen starken Staat gestanden.

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