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Konzert / Archiv | Beitrag vom 10.10.2013

Morgenlandfestival Osnabrück

Ein Klangmagier aus Bagdad

Ausschnitt Flyer Morgenlandfestival Osnabrück (Morgenlandfestival Osnabrück)
Ausschnitt Flyer Morgenlandfestival Osnabrück (Morgenlandfestival Osnabrück)

Gute Nachrichten aus der irakischen Hauptstadt sind rar. Das Morgenlandfestival Osnabrück sorgt in diesem Jahr dafür, dass man mit dem Namen Bagdad nicht nur grausame Ereignisse verbindet. In der uralten Stadt im Zweistromland gibt es zum Beispiel ein klingendes UNESCO-Weltkulturerbe – den Iraqi Maqam, die traditionelle städtische arabische Musik. In Osnabrück wird sie vom weltweit bekannten Sänger Hussain Al-Adhami und seinem Ensemble präsentiert.

Das Morgenlandfestival hat sich innerhalb weniger Jahre einen herausragenden Ruf erspielt. Dank der unermüdlichen Arbeit seines Gründers und Leiters Michael Dreyer und seines Teams gilt es inzwischen als eines der wichtigsten Festivals für die Kultur des Nahen und Mittleren Ostens. Das Tehran Symphony Orchestra gab hier sein erstes Gastspiel in Europa, mit dem Osnabrücker Symphonieorchester reiste erstmals ein europäisches Orchester in die Islamische Republik Iran.

Die Erstaufführung der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach in Teheran oder die Aufführung des Requiems von Nils Lindberg in Damaskus, Amman und Osnabrück sowie Europapremieren der iranischen Bands DA-SH und Kiosk oder der uigurischen Rockband Qetiq sind weitere Meilensteine in der Geschichte des Festivals. Vor zwei Jahren haben das Morgenlandfestival und Deutschlandradio Kultur gemeinsam die erste CD-Einspielung der türkischen Originalversion des Oratoriums "Yunus Emre" von Ahmad Adnan Saygun produziert.

Der erste Teil des diesjährigen Eröffnungskonzertes präsentiert die traditionelle irakische Musik, den Iraqi Maqam. Hussain Al Adhami ist nicht nur ein begnadeter und verehrter Sänger, sondern forscht und lehrt auch. Bis heute übt er auf die Nachwuchsvokalisten im Bereich der klassischen Musik des Irak großen Einfluss aus. Begleitet wird er in Osnabrück von einem sechsköpfigen Ensemble. Das ist gemäß der irakischen Tradition speziell zusammen gesetzt und besteht aus den beiden Zithern Santur und Qanun, der einsaitigen Spießgeige Djoze, der Flöte Ney und diversen Schlaginstrumenten.

Der zweite Teil der Eröffnung ist der jüngeren irakischen Musik gewidmet. Der Sänger und Songwriter Beshar Al-Azzawi und der Jazztrompeter Amir ElSaffar spielen gemeinsam mit dem Morgenland Chamber Orchestra. Dieses festivaleigene Kammerorchester vereint Musiker aus dem Gesamten Nahen Osten, aus dem Irak, Iran, Aserbaidschan, Syrien und der Türkei.

Ihre Premiere in diesem Ensemble erleben drei junge Musiker aus Bagdad. Sie sind allesamt Mitglieder des Nationalen Jugendorchesters des Irak, das sich vor einigen Jahren schon beim Bonner Beethovenfest vorstellen konnte. Als Gast wird die iranische Sängerin Sepideh Vahidi zu erleben sein. Die Leitung hat wieder der türkische Dirigent Naci Özgüc, der seinen erfolgreichen Einstand im letzten Jahr gegeben hatte.



Morgenlandfestival Osnabrück
Eröffnungskonzert in der Marienkirche
Aufzeichnung vom 27.09.2013

Maqam Iraqi - Traditionelle Musik aus dem Irak

Hussain Al-Adhami, Gesang
Muhammad H. Gomar Al-Bawi, Djoze
Wissam Ayoub Ibrahim Al-Azzawy, Santur
Jamil Muhammad Ali, Qanun
Ala Magid Hamud, Ney
Abdullatif Sa'ad Abdullatif Obaidi, Tabla
Eihab Wissam Ayoub Al-Azzawy, Riq

ca. 21:15 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Beshar Al-Azzawi/Amir ElSaffar
Werke für Gesang, Trompete und Kammerorchester

Morgenland-Kammerorchester
Sepideh Vahidi, Gesang
Beshar Al-Azzawi, Gesang
Amir ElSaffar, Trompete
Leitung: Naci Özgüc

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