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Interview / Archiv | Beitrag vom 29.10.2018

Monika Grütters über ihr Amt"Kultur ist keine kleine Orchidee mehr"

Moderation: Dieter Kassel

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Kulturstaatsministerin Monika Grütters, CDU. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) ist seit knapp fünf Jahren im Amt. (picture alliance / dpa / Jörg Carstensen)

Seit 20 Jahren gibt es im Kanzleramt den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Zum Jubiläum betont Amtsinhaberin Monika Grütters, wie wichtig Bundeskulturpolitik sei. Und wie unverzichtbar kritische Intellektuelle in einer Demokratie.

Einen Etat von knapp 1,8 Milliarden Euro hat Monika Grütters, doch ums Geld gehe es bei weitem nicht nur, "sondern ganz im Gegenteil darum, dass wir in der Tat zeigen, wie kulturelle Vielfalt auch wichtig ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Während die Kommunen und Länder mit dem Geldausgeben für die Kultur, für die sie hoheitlich zuständig sind, an jeweils ihren Grenzen halt machen müssen, kann Bundeskulturpolitik etwas anderes tun, nämlich das Netz geistiger Tankstellen in der gesamten Bundesrepublik als solches sichern helfen." 

Kultur als Modus des Zusammenlebens

Hinter dem Geld stehe ein "gewachsenes Aufgabenvolumen" - zu zeigen, dass "Kultur nicht mehr ganz am Ende einer politischen Agenda kommt, dass es nicht mehr irgendwie eine kleine Orchidee ist, sondern dass es so etwas wie der Modus unseres Zusammenlebens ist, dass wir es geschafft haben, einen fundamentalen Anspruch der Kultur zu formulieren."

Respekt vor wichtigen Intellektuellen

Sich selbst nennt Grütters eine "oberste Beschützerin der kulturellen Werte und der Künstler", die man auch ertüchtigen müsse:

"Man muss sehr viel Respekt vor sehr wichtigen Intellektuellen in der Gesellschaft haben, die so etwas wie Stacheln im Fleisch sind. Das sind die Kulturleute, das sind die Journalisten, das ist natürlich der ganze Wissenschaftsbetrieb. Da muss die Politik sich in ihrer Haltung etwas zurücknehmen und sich darauf beschränken, nur Rahmenbedingungen zu formulieren, unter denen sich gerade diese Milieus, die meinungsbildenden, auch kritischen Intellektuellen einer Demokratie frei entfalten können."

(bth)

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