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Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 26.02.2018

Modernisierung oder Platz für Kritiker?Türkei eröffnet 45 neue Gefängnisse

Christian Buttkereit im Gespräch mit Ellen Häring

70 Kilometer außerhalb von Istanbul liegen das Gefängnis und Gericht von Silivri. Das Gebäude ist hinter einem Sicherheitszaun zu sehen. (imago / Le Pictorium / Stefanie Mizara)
70 Kilometer außerhalb von Istanbul liegt Gefängnis von Silivri, in dem Deniz Yücel inhaftiert war. (imago / Le Pictorium / Stefanie Mizara)

Die türkische Regierung verstärkt den Bau neuer Gefängnisse. 384 Haftanstalten gibt es, 45 sollen in diesem Jahr dazu kommen, weitere folgen. Es herrscht Platzmangel nach den Masseninhaftierungen 2016. Tausende sollen dieses Jahr dazu kommen.

230.000 Menschen waren im November 2017 in der Türkei inhaftiert. In diesem Jahr soll die Zahl laut türkischem Justizministerium auf 275.000 steigen. Das sind bei vergleichbarer Bevölkerungszahl viermal so viele wie in Deutschland (65.000). Genug Plätze gebe es aber nicht, viele Gefängnisse seien überfüllt, erklärt Türkei-Korrespondent Christian Buttkereit.

"In den letzten zehn Jahren wurden mehr alte Gefängnisse geschlossen, als neue eröffnet. Der Trend geht weg von kleineren Haftanstalten auf dem Land, zu größeren, zentraleren Einrichtungen. Das hat auch Sicherheitsgründe. Die Zahl der Ausbrüche soll verringert werden. Insgesamt könnten sich die Haftbedingungen verbessern, aber es gibt weiterhin die Überfüllung ."

Für die massenhaften Inhaftierungen gelte:

"Früher war man als Islamist mit einem Bein im Gefängnis, heute trifft es Linke, Kurden, Gülen-Anhänger und das größte Risiko derzeit ist, Kritik zu üben an der Afrin-Offensive der türkischen Regierung."

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