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Interview / Archiv | Beitrag vom 07.01.2020

Mode aus AfrikaDas Klischee der bunten Gewänder ist überholt

Beatrace Angut Oola im Gespräch mit Dieter Kassel

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Thebe Magugu mit seiner Installation African Studies, die zusammen mit weiteren Designern aus 16 Ländern für das International Fashion Showcase im Somerset House in London geschaffen wurden. (picture alliance/ empics/ Kirsty O'Connor)
Afrikanische Mode ist modern und vielfältig, wie auch Thebe Magugu bei der Fashion Showcase in London zeigte. (picture alliance/ empics/ Kirsty O'Connor)

Noch gibt es so etwas wie afrikanische Mode, sagt die Modeagentin Beatrace Angut Oola, aber das sei als Bezeichnung in zehn Jahren vielleicht überholt. Schon jetzt sei die Vielfalt groß und Technologie verbinde sich mit Tradition.

Da in der Mode Identität ausgelebt werde, könne man auch von afrikanischer Mode sprechen, sagt die Modeagentin und Fashion-Kuratorin Beatrace Angut Oola.

"Es gibt verschiedene Identitäten, es gibt verschiedene Traditionen und Kulturen in Afrika." Es stelle sich die Frage, was afrikanische Mode sei.

"Wird sie in Afrika produziert, sind die Textilien aus Afrika, ist der Designer afrikanischer Herkunft?" – das spiele alles eine Rolle und fließe mit ein. Allerdings gebe es Modemacher, die gerne als Designer bezeichnet würden ohne den Zusatz, dass sie afrikanisch seien.

Bei der Cape Town Fashion Week 2019 werden Kollektion von Doreen Mashika auf dem Laufsteg gezeigt. (picture alliance/ ZUMA Press)Den Laufsteg erobern Designer aus afrikanischen Ländern weltweit. (picture alliance/ ZUMA Press)

"Wir sind in einer Zeit, da muss man sich leider noch erklären und ich denke, es wird auch verschwinden." In zehn Jahren werde man wohl nicht mehr von afrikanischer Mode sprechen.

Das Klischee von wallenden Gewändern und bunten Farben sei auf jeden Fall überholt, so Oola. Die Mode sei tragbar und unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt. "Es entsteht eine neue Ästhetik."

Es müsse auch nicht immer bunt sein und auch die Schnitte veränderten sich. Es seien junge Designer, die weltoffen seien und oft in Europa studiert hätten. Sie verbänden Technologie mit der Tradition. "Da entsteht ein neues Zusammenspiel und das ist zeitgemäß."  

(gem)

Themenschwerpunkt "Dekolonisiert euch!" (Deutschlandradio/ akg-images/ Science Source )Mehr erfahren auf unserem Themenschwerpunkt "Dekolonisiert euch!". (Deutschlandradio/ akg-images/ Science Source )

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