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Tonart | Beitrag vom 28.05.2021

Moby: "Reprise"Schon ein bisschen müde

Martin Böttcher im Gespräch Andreas Müller

Porträt des Musikers Moby in der Natur vor Bäumen. (Universal Music / Travis Schneider)
Für Moby geht es beim neuen Album "Reprise" um seinen guten Ruf. (Universal Music / Travis Schneider)

Es gab eine Zeit, da war Moby ein weltweit bekannter Star. Doch in den vergangenen Jahren wurde es eher still um ihn. Jetzt erscheint seine neue Platte „Reprise“ – ausgerechnet bei der altehrwürdigen Deutsche Grammophon. Was ist da los?

Als es losging mit dem weltweiten Siegeszug von Rave-Music, von House und Techno, da war der in New York lebende DJ und Produzent Moby nur einer von vielen. Aber dann kamen seine beiden großen Alben "Play" und "18", die ihn zum Superstar machten.

Doch das ist mittlerweile 20 Jahre her. Ja, er veröffentlicht weiter Musik. Aber die war weder besonders gut, noch interessierte sie groß. Doch jetzt gibt es das neue Album "Reprise", auf dem altbekannte Songs in neuem Gewand, als orchestral-akustische Versionen, erschienen bei der Deutschen Grammophon.

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Die Idee für die Platte kam dabei nicht vom Musiker, sondern vom Label, sagt Musikjournalist Martin Böttcher. Moby habe sich geehrt gefühlt und zugesagt, seine alten Lieder mit dem Art Ochestra Budapest neu einzuspielen. Doch trotz der echten Streicher klänge "Reprise" nach Moby – nur eben mit realen Instrumenten, statt welchen aus dem Computer, wie früher.

Es geht um nicht weniger, als um Mobys Reputation

Doch den Stücken tut diese Neuauflage nicht unbedingt gut, so Böttcher. Das kitschige Moment, sei durch die ein bisschen billig klingenden, synthetischen Streicher, als Stilmittel erkennbar gewesen. Dieses Element fehle nun, und es klänge sehr ernst gemeint und bedeutungsvoll.

Doch das sei es für Moby vielleicht auch – denn für ihn gehe es um seine Reputation als ernst zu nehmender Musiker. Die letzten Jahre sei es für ihn musikalisch immer weiter bergab gegangen. Ihm sei nichts mehr eingefallen oder er habe sich für nichts mehr interessiert, meint Böttcher. Vielleicht böten die eigenen, großen Songs die einzige Möglichkeit, sich noch einmal aufzuraffen.

Gelingen tue das jedoch nur bedingt. "Reprise" sei ein waschechtes Moby-Album, das nostalgische und melancholische Seelen bediene. Aber man höre dem Gesang durchaus an, dass der Musiker mittlerweile 55 und ein bisschen müde ist.

(hte)

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