Ministerin Prien: Stolperstein-Beschluss in Heidenau ist "Skandal"

    Zwei neue Stolpersteine werden in Kopfsteinpflaster verlegt.
    In Heidenau sollen keine Stolpersteine mehr verlegt werden. © dpa / Hendrik Schmidt
    Bundesbildungsministerin Prien hat kritisiert, dass in der sächsischen Stadt Heidenau keine Stolpersteine mehr verlegt werden sollen. Die CDU-Politikerin sprach von einem "Skandal". Laut ihrer Aussage in der Bild-Zeitung machen Stolpersteine vernichtetes jüdisches Leben sichtbar und geben jedem einzelnen Verfolgten ein Stück Würde zurück. Der Stadtrat in Heidenau hatte am Donnerstag mehrheitlich für einen Antrag aus den Reihen von AfD und CDU gestimmt, keine Stolpersteine mehr zu verlegen. Demnach soll das Gedenken künftig vor allem auf einem Friedhof der Stadt stattfinden. Die SPD-Landtagsfraktion forderte den Stadtrat auf, die Entscheidung zu überdenken. Auch Politiker von Linken und Grünen in Sachsen wandten sich gegen den Beschluss. Der Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Heubner, sprach von einem Versuch, NS-Opfer aus dem Stadtbild zu verdrängen. StoIpersteine erinnern in mehr als 1.200 deutschen Kommunen und weiteren 30 Ländern an NS-Opfer vor deren früherem Wohn- oder Wirkungsort. Sie gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.