Michel Friedman kritisiert Absage seiner Rede aus Bayreuth scharf

Eigentlich sollte Michel Friedman Ende Juli bei einer Gedenkveranstaltung zu 150 Jahren Bayreuther Festspiele sprechen. Doch vorgestern wurde der jüdische Publizist wegen Sicherheitsbedenken wieder ausgeladen. Auch ein geplantes Gedenkkonzert wurde abgesagt. In der "Süddeutschen Zeitung" kritisierte Friedman das scharf. Aus seiner Sicht ist die Absage von Veranstaltungen aus Sicherheitsgründen in einer Demokratie - Zitat - "der Tod durch Selbstmord". Die Ernsthaftigkeit, sich mit dem Antisemiten Wagner auseinanderzusetzen, werde ad absurdum geführt. Die künstlerische Leiterin der Festspiele, Katharina Wagner, verteidigte in der Zeitung "Die Welt" das Vorgehen. Sie nannte zwei Gründe für die Absage. Zum einen habe man das Sicherheitskonzept der Stadt Bayreuth abwarten wollen. Zum anderen sei der ursprünglich vorgesehene Veranstaltungsort ausgebaut und nicht rechtzeitig fertig geworden. Inzwischen sei der Termin am 26. Juli nicht mehr haltbar. Die Bayreuther Festspiele blicken auf 150 Jahre bewegter Geschichte zurück. Die antisemitische Einstellung des Komponisten Richard Wagner wirft immer wieder einen Schatten über sein Werk.