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Thema / Archiv | Beitrag vom 27.07.2011

Micha Brumlik: Es wird ein apokalyptisch-drohendes Bild gemalt

Erziehungswissenschaftler kritisiert Form der Islam-Debatte in Deutschland

Eine muslimische Frau geht über einen Flohmarkt in Gelsenkirchen. (AP)
Eine muslimische Frau geht über einen Flohmarkt in Gelsenkirchen. (AP)

Der Frankfurter Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik hat vor dem Hintergrund der Attentate in Norwegen die Form der Islam-Debatte in Deutschland kritisiert.

In manchen Büchern und Publikationen werde ein apokalyptisch-drohendes Bild gemalt, sagte Brumlik. Dann meine man nichts anderes tun zu können, als so schnell und so effizient wie möglich zu reagieren, "um, wie es immer heißt, unsere eigene demokratische Lebensform zu bewahren".

Bei der Auseinandersetzung mit dem Islamismus würden oft verschiedenste Phänomene zusammengebunden, die mit dem Islam als Religion überhaupt nichts zu tun hätten, sagte Brumlik: Etwa die Genitalbeschneidung bei Frauen oder die sogenannten Ehrenmorde.

"Das verlängert sich dann darin, dass man glaubt, dass die sogenannten Selbstmordattentäter auch genuiner Ausdruck des Islam seien, obwohl die wesentlichen islamischen Hochschulen ( ... ) mehrfach erklärt haben, dass Selbstmordattentate gegen den Sinn und Geist des Islam sind. Also man zimmert sich da aus verschiedenen, rein äußerlich zusammenhängenden Versatzstücken ein Feindbild, gegen das man glaubt, entweder politisch oder, wie im Falle des norwegischen Attentäters, als Kreuzritter zu Felde ziehen zu müssen."

Hören Sie das vollständige Gespräch mit Micha Brumlik mindestens bis zum 27. Dezember 2011 als mp3-Audio.

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