Seit 23:05 Uhr Fazit
Mittwoch, 22.09.2021
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Aus der jüdischen Welt / Archiv | Beitrag vom 16.04.2010

Menorah und Ölzweig

Das Staatssymbol Israels

Von Evelyn Bartolmai

Israelische Flagge  (AP)
Israelische Flagge (AP)

Bereits Tage vor dem Unabhängigkeitstag am kommenden Dienstag sind in Israel nicht nur öffentliche Plätze und Gebäude mit der Staatsflagge geschmückt. Auch wenn überall die weiße Fahne mit den beiden blauen Streifen und dem Davidstern zu sehen sind, so gelten Menorah und Ölzweig als eigentliches israelisches Staatssymbol.

Wann der magen David, der Davidstern, zum jüdischen Symbol wurde, ist bis heute ein unentschiedener Streit unter Historikern. Manche verweisen darauf, dass bereits in der Antike der sechszackige Stern zur Kennzeichnung einer Synagoge diente.

Andere behaupten, er sei einfach nur ein beliebtes architektonisches Schmuckelement jener Zeit gewesen, das auch an Orten auftauchte, in denen nachweislich gar keine Juden gelebt haben. Gershom Scholem ist überzeugt, dass erstmals die Prager Juden des Mittelalters den Davidstern zu ihrem Symbol erkoren und benutzt haben, und auch von Theodor Herzl ist ein Versuch zum Thema überliefert. In seinem Tagebuch vermerkt er am 10. Juni 1898:

"Siebenter Geburtstag meines Hans. Ich habe ihm eine Zionsfahne geschenkt. Davidsschild mit sechs Sternen in den sechs Dreiecken. Der siebente darüber. Im Mittelfeld der Löwe von Juda nach einer Zeichnung des Malers Okin."

Die kleinen Sternchen und der Löwe fielen später weg, übrig blieb die Staatsflagge, wie wir sie heute kennen. Doch wie auch in vielen anderen Ländern ist die Staatsflagge Israels nicht mit dem Staatssymbol identisch. Es verwundert gewiss keinen, dass es in der Bibel wurzelt, meint Dorit Daon aus dem Bibelpark Neot Kedumim, und erzählt von dem Buch des Propheten Zakkkaria:

"Das ist sehr interessante Buch, weil Zakkaria lebt in der Diaspora, er hat ein Traum gesehen, und auf sein Traum hat er etwas gesehen, der hat es nicht verstanden. Er hat gesehen einen Leuchter, ein siebenarmiger Leuchter mit zwei Ölzweige, einer auf der einen Seite und der andere auf der linken Seite. Und er fragt den Engel, was ist das?

Und der Engel sagt, du weißt genau, was ist das! Und er sagt, nein, ich weiß nicht, was ist das? Und dann der Engel sagt: es ist das Wort von Herrn zu Zerubabel. Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meine Geist gemacht, spricht der Herr Zebaoth."

Leider ist es der Mangel vieler Bibelübertragungen, dass sie nicht aus dem hebräischen Original und oftmals auch ohne Kenntnis der hebräischen Sprache gemacht wurden. Luther hat die Bibel aus dem Griechischen übersetzt, und so wurde aus dem ihm unverständlichen Wort zebaot ein Name, eben der Herr Zebaoth, und der ganze Text ziemlich unverständlich.

Hilfreicher ist dagegen die Übersetzung von Leopold Zunz, der adonai zewaot ist bei ihm folgerichtig der Herr der Heerscharen - der allmächtige Gebieter. Das Wort im Singular, zawah, bezeichnet heute die israelische Armee - um wie vieles mächtiger ist noch ein Heer, das im Plural benannt wird und über das allein Gott gebietet!

Aber der göttliche Befehl an Zerubabel, den Spross eines jüdischen Fürstengeschlechtes in der Zeit des babylonischen Exils, ist eben nicht, den Tempel mit Krieg und Gewalt wieder zu errichten, sondern mit Geist - sprich mit Intelligenz und friedlicher Arbeit. Und genau diese Absicht lag zugrunde, als mehr als 2500 Jahre später das Volk Israels aus der Diaspora heimkehrte, endlich wieder einen Staat errichtete, und sich auch ein würdiges Symbol dafür erwählte.

"Das Symbol von die Staat Israel kommt von diese Zakkaria vier, weil in dem Symbol des Staates Israel sieht man die Menorah, den siebenarmigen Leuchter, das ist dieselbe siebenarmige Leuchter von dem Titus-Bogen, und auf der rechte und auf der zweite Seite gibt Ölzweige, und das ist das Symbol von dem Staat Israel, das ist eine friedliche Symbol, weil das ist ein Staat, den ohne Geist konnten sie nicht gründen."

Aus der jüdischen Welt

Jüdischer Einfluss in ComicsJiddeln in Sprechblasen?
Der Comiczeichner Will Eisner schaut in die Kamera. Im Hintergrund ist ein Zeichnung zu sehen. (Imago / Marcello Mencarini / Leemage)

Superman oder Snoopy – in Comics lässt sich garantiert etwas Jüdisches finden. Angesichts des Festivals „Comic Invasion“ schauen wir auf den jüdischen Einfluss auf die Branche und welche jüdische Themen in Comics überhaupt dargestellt werden.Mehr

weitere Beiträge

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur