Mein 9. November: Andre Blechschmidt
André Blechschmidt, Erfurt, war 1989 Mitarbeiter der Abteilung Kirchenfragen bei der SED-Bezirksleitung in Erfurt. Er war zuständig für den ‚Kontakt’ mit Kirchenleuten, was meint: auch die Überwachung von Kirche und Opposition, von kirchlichen Veranstaltungen, von kirchlichen Kontakten in den Westen. Heute ist er Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion die Linke im Thüringer Landtag.
Ich saß allein vorm Fernseher, meine Frau war schon im Bett. Und ich habe sie daraufhin noch mal sozusagen aus dem Bett geholt und wir haben also zur Kenntnis genommen, was da abgelaufen ist.
Mein Gott, man war erst mal überrascht, dass das möglich ist. Da hat man ja nie geglaubt, dass dieser Riese DDR und diese scheinbar feste Struktur "real existierender Sozialismus" da in irgendeiner Form die Grenze plötzlich in alle Richtungen aufmacht. Das war das eine. Das zweite war, dass ja - da hat man ja auch an verschiedenen Stellen schon in der Vergangenheit immer diskutiert - das irgendwann kommen musste, und drittens auch die Skepsis, wie kann so was ablaufen. Weil ja in der allgemeinen Propaganda der DDR der Mauerbau 1961 damit begründet war, Menschen.., den - in Anführungsstrichen - Suizid der DDR zu verhindern. Was geschieht jetzt, wenn die Grenzen auf sind? Das war die Form der Skepsis.
Auch so ein bisschen aus der Vergangenheit, also der damaligen Vergangenheit heraus war ich eher so mit ein Vertreter, der gesagt hat, dieses Land, diese Idee Sozialismus hat es allemal verdient. Sie muss nur anders gestaltet werden. Das Prinzip stimmt nicht.
Und jetzt kam die Wende und da sagt man, da ist man doch skeptisch und sagt, wie kann das sein? Kann das überhaupt noch funktionieren? Welche Entwicklung wird das nehmen? Wenn etwas Neues kommt, welche Strukturen werden dabei zerschlagen? Aber das ist doch eine Chance, etwas Neues aufzubauen. - Also, diese Fragen. - Euphorie, nach vorne gucken, es muss sich etwas verändern, weil man aus den letzten Wochen heraus wusste, es kann nicht so weitergehen. Und die Frage: Mensch, wird da nicht zu viel kaputt gemacht dabei? Also, das ist dieser Spannungsbogen, der da bei mir damals existierte.
Mein Gott, man war erst mal überrascht, dass das möglich ist. Da hat man ja nie geglaubt, dass dieser Riese DDR und diese scheinbar feste Struktur "real existierender Sozialismus" da in irgendeiner Form die Grenze plötzlich in alle Richtungen aufmacht. Das war das eine. Das zweite war, dass ja - da hat man ja auch an verschiedenen Stellen schon in der Vergangenheit immer diskutiert - das irgendwann kommen musste, und drittens auch die Skepsis, wie kann so was ablaufen. Weil ja in der allgemeinen Propaganda der DDR der Mauerbau 1961 damit begründet war, Menschen.., den - in Anführungsstrichen - Suizid der DDR zu verhindern. Was geschieht jetzt, wenn die Grenzen auf sind? Das war die Form der Skepsis.
Auch so ein bisschen aus der Vergangenheit, also der damaligen Vergangenheit heraus war ich eher so mit ein Vertreter, der gesagt hat, dieses Land, diese Idee Sozialismus hat es allemal verdient. Sie muss nur anders gestaltet werden. Das Prinzip stimmt nicht.
Und jetzt kam die Wende und da sagt man, da ist man doch skeptisch und sagt, wie kann das sein? Kann das überhaupt noch funktionieren? Welche Entwicklung wird das nehmen? Wenn etwas Neues kommt, welche Strukturen werden dabei zerschlagen? Aber das ist doch eine Chance, etwas Neues aufzubauen. - Also, diese Fragen. - Euphorie, nach vorne gucken, es muss sich etwas verändern, weil man aus den letzten Wochen heraus wusste, es kann nicht so weitergehen. Und die Frage: Mensch, wird da nicht zu viel kaputt gemacht dabei? Also, das ist dieser Spannungsbogen, der da bei mir damals existierte.