Mehr als ein Männergesangsverein
Im kommenden Jahr feiert der <papaya:link href="http://www.mc-frohsinn.de/" text="Männerchor Frohsinn" title="Männerchor Frohsinn" target="_blank" /> aus Gelsenkirchen sein 100-jähriges Bestehen. Um nicht nur ein Männergesangsverein unter vielen zu sein, nimmt der Chor seit den 60er-Jahren am Leistungssingen des Chorverbandes in Nordrhein-Westfalen teil und stellt sich in regelmäßigen Abständen der anspruchsvollen Prüfung zum Meisterchor. Seit 44 Jahren darf der Männerchor Frohsinn diesen Titel mittlerweile tragen.
Die Cafeteria des Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt in Gelsenkirchen-Horst. Aus 40 männlichen Kehlen erklingt ein englisches Kirchenlied. Chorleiter Carsten Böckmann ist Kantor einer Kirchengemeinde. Aber dass der Männerchor Frohsinn an diesem Abend vor allem geistliche Lieder singt, hat nichts mit seinem Beruf zu tun.
"Die Gefahr besteht natürlich, dass dann gesagt wird, ach der Böckmann, der will nur Kirchenmusik singen. Natürlich machen wir auch kirchenmusikalische Sachen, aber das soll jetzt nicht so das Schwergewicht der ganzen Arbeit sein."
Einen musikalischen Schwerpunkt hat der Chor ohnehin nicht. Sein Repertoire speiste sich in den letzten 100 Jahren aus dem reichhaltigen Fundus klassischer Werke, aus Opern und Operetten bis hin zu Volks- und Kirchenliedern.
Die kleine, hölzerne Bühne an der Stirnseite des schmucklosen, weißen Saales ist viel zu klein, um die ganze Belegschaft des Männerchors Frohsinn zu fassen. Deswegen sitzen die Sänger im Parkett des Cafés. Zum neunten Mal hat die Gruppe dieses Jahr erfolgreich die Prüfung zum Meisterchor bestanden, ein Titel, den der Chorverband Nordrhein-Westfalen für jeweils fünf Jahre vergibt. Für Geschäftsführer Fred Rahmann, der seit über 20 Jahren bei Frohsinn Mitglied ist, sind diese Prüfungen mittlerweile zu einem wichtigen Teil der Tradition des Chores geworden.
"Das ist sicher zum einen Tradition, aber zum anderen stellen wir an uns selbst den Anspruch, dass wir leistungsorientiert singen wollen. Also wir sind nicht so ein Chor, der schlechthin als, ich sag's jetzt bewusst, Männergesangsverein verschrien sein möchte. Sondern wir möchten wirklich als Männerchor dastehen, der versucht, qualitativ vernünftig die Konzerte abzuliefern."
Die Altersspanne der Sänger reicht von 30 bis 83. Die Mehrzahl von ihnen ist bereits seit Jahrzehnten dabei. Noch ist die Gruppe groß. Aber um jüngeren Nachwuchs zu gewinnen, wurde auch das Liedgut mit der Zeit behutsam jünger und frecher.
"Wir versuchen neben der ernsten Literatur, die wir in unseren Konzerten immer wieder im Programm haben, dieses Heitere, dieses Fröhliche dem Publikum zu vermitteln. Wir sind mit Frohsinn dabei, und ich denke, das ist so ein bisschen der Bezug oder vielleicht auch die ursprüngliche Idee, wie der Name entstanden ist."
Guido Konze ist Vereinsvorsitzender des Männerchores Frohsinn und mit 38 einer der Jüngsten im Ensemble. Auch Chorleiter Carsten Böckmann ist mit 36 Jahren ein Jungspund in der Gruppe.
"Das ist echt erstaunlich: Wenn so ein Mikro an ist, dann sind alle viel konzentrierter. Können wir das nicht immer so machen? Können Sie nicht jetzt jeden Freitag kommen? Übrigens Lachen ist immer gut fürs Singen. Das öffnet viele Räume, die man zum Singen braucht."
Für einige gehört der Chor schon zur Familientradition. Eric Schruff kam damals nur zu seiner ersten Probe, um seinem Vater, der selbst schon langjähriges Mitglied war, einen Gefallen zu tun. Bis heute singt er zusammen mit Vater und Bruder bei Frohsinn.
"Ich war fernab von jeglicher Chormusik, ich hab Heavy Metal gehört, ich hatte lange Haare, ich bin, glaube ich, mit einem Iron Maiden T-Shirt und einem Nietengürtel in meine erste Probe hier gegangen, und hab dann dort gesessen und dachte, komm, jetzt guckst du dir das zwei-, dreimal an und dann hat sich das. Ich kannte den Chor natürlich durch meinen Vater, durch meinen Großvater, und nach dem dritten Mal wurde ich dann aufgenommen, war völlig überrascht, und, ja, mittlerweile sind es 22 Jahre, die ich in diesem Chor singe."
2009 feiert Frohsinn seinen 100. Geburtstag. Pläne für die Zukunft hat der Chor noch genug. Zum Beispiel einmal zusammen mit einem Frauenchor aufzutreten, weil ein gemischtes Ensemble noch ganz andere Arrangements singen kann als ein reiner Männerchor. Und mit Sicherheit wird Frohsinn in ein paar Jahren wieder am Meistersingen teilnehmen. Wer dabei sein möchte, ist herzlich willkommen.
"Es gibt kein Vorsingen, keine Aufnahmeprüfung, keine theoretische Prüfung. Also wer gern mitsingen möchte, der kann einfach zu der Probe kommen und das wird sich dann in der Entwicklung zeigen, ob's klappt oder nicht."
Immer mehr Menschen in Deutschland singen im Chor. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft deutscher Chorverbände (ADC) stellt Deutschlandradio Kultur jeden Freitag um 10:50 Uhr im Profil Laienchöre aus der ganzen Republik vor: Im "Chor der Woche" sollen nicht die großen, bekannten Chöre im Vordergrund stehen, sondern die Vielfalt der "normalen" Chöre in allen Teilen unseres Landes: mit Sängern und Sängerinnen jeden Alters, mit allen Variationen des Repertoires, ob geistlich oder weltlich, ob klassisch oder Pop, Gospel oder Jazz und in jeder Formation und Größe.
"Die Gefahr besteht natürlich, dass dann gesagt wird, ach der Böckmann, der will nur Kirchenmusik singen. Natürlich machen wir auch kirchenmusikalische Sachen, aber das soll jetzt nicht so das Schwergewicht der ganzen Arbeit sein."
Einen musikalischen Schwerpunkt hat der Chor ohnehin nicht. Sein Repertoire speiste sich in den letzten 100 Jahren aus dem reichhaltigen Fundus klassischer Werke, aus Opern und Operetten bis hin zu Volks- und Kirchenliedern.
Die kleine, hölzerne Bühne an der Stirnseite des schmucklosen, weißen Saales ist viel zu klein, um die ganze Belegschaft des Männerchors Frohsinn zu fassen. Deswegen sitzen die Sänger im Parkett des Cafés. Zum neunten Mal hat die Gruppe dieses Jahr erfolgreich die Prüfung zum Meisterchor bestanden, ein Titel, den der Chorverband Nordrhein-Westfalen für jeweils fünf Jahre vergibt. Für Geschäftsführer Fred Rahmann, der seit über 20 Jahren bei Frohsinn Mitglied ist, sind diese Prüfungen mittlerweile zu einem wichtigen Teil der Tradition des Chores geworden.
"Das ist sicher zum einen Tradition, aber zum anderen stellen wir an uns selbst den Anspruch, dass wir leistungsorientiert singen wollen. Also wir sind nicht so ein Chor, der schlechthin als, ich sag's jetzt bewusst, Männergesangsverein verschrien sein möchte. Sondern wir möchten wirklich als Männerchor dastehen, der versucht, qualitativ vernünftig die Konzerte abzuliefern."
Die Altersspanne der Sänger reicht von 30 bis 83. Die Mehrzahl von ihnen ist bereits seit Jahrzehnten dabei. Noch ist die Gruppe groß. Aber um jüngeren Nachwuchs zu gewinnen, wurde auch das Liedgut mit der Zeit behutsam jünger und frecher.
"Wir versuchen neben der ernsten Literatur, die wir in unseren Konzerten immer wieder im Programm haben, dieses Heitere, dieses Fröhliche dem Publikum zu vermitteln. Wir sind mit Frohsinn dabei, und ich denke, das ist so ein bisschen der Bezug oder vielleicht auch die ursprüngliche Idee, wie der Name entstanden ist."
Guido Konze ist Vereinsvorsitzender des Männerchores Frohsinn und mit 38 einer der Jüngsten im Ensemble. Auch Chorleiter Carsten Böckmann ist mit 36 Jahren ein Jungspund in der Gruppe.
"Das ist echt erstaunlich: Wenn so ein Mikro an ist, dann sind alle viel konzentrierter. Können wir das nicht immer so machen? Können Sie nicht jetzt jeden Freitag kommen? Übrigens Lachen ist immer gut fürs Singen. Das öffnet viele Räume, die man zum Singen braucht."
Für einige gehört der Chor schon zur Familientradition. Eric Schruff kam damals nur zu seiner ersten Probe, um seinem Vater, der selbst schon langjähriges Mitglied war, einen Gefallen zu tun. Bis heute singt er zusammen mit Vater und Bruder bei Frohsinn.
"Ich war fernab von jeglicher Chormusik, ich hab Heavy Metal gehört, ich hatte lange Haare, ich bin, glaube ich, mit einem Iron Maiden T-Shirt und einem Nietengürtel in meine erste Probe hier gegangen, und hab dann dort gesessen und dachte, komm, jetzt guckst du dir das zwei-, dreimal an und dann hat sich das. Ich kannte den Chor natürlich durch meinen Vater, durch meinen Großvater, und nach dem dritten Mal wurde ich dann aufgenommen, war völlig überrascht, und, ja, mittlerweile sind es 22 Jahre, die ich in diesem Chor singe."
2009 feiert Frohsinn seinen 100. Geburtstag. Pläne für die Zukunft hat der Chor noch genug. Zum Beispiel einmal zusammen mit einem Frauenchor aufzutreten, weil ein gemischtes Ensemble noch ganz andere Arrangements singen kann als ein reiner Männerchor. Und mit Sicherheit wird Frohsinn in ein paar Jahren wieder am Meistersingen teilnehmen. Wer dabei sein möchte, ist herzlich willkommen.
"Es gibt kein Vorsingen, keine Aufnahmeprüfung, keine theoretische Prüfung. Also wer gern mitsingen möchte, der kann einfach zu der Probe kommen und das wird sich dann in der Entwicklung zeigen, ob's klappt oder nicht."
Immer mehr Menschen in Deutschland singen im Chor. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft deutscher Chorverbände (ADC) stellt Deutschlandradio Kultur jeden Freitag um 10:50 Uhr im Profil Laienchöre aus der ganzen Republik vor: Im "Chor der Woche" sollen nicht die großen, bekannten Chöre im Vordergrund stehen, sondern die Vielfalt der "normalen" Chöre in allen Teilen unseres Landes: mit Sängern und Sängerinnen jeden Alters, mit allen Variationen des Repertoires, ob geistlich oder weltlich, ob klassisch oder Pop, Gospel oder Jazz und in jeder Formation und Größe.