Medienstaatsminister Weimer kündigt runden Tisch für bessere Honorierung der Kreativen beim Streaming an

    Weimer mit Brille, dunklem Jackett und ernstem Blick vor einer grauen Betonwand.
    Will im Streaming-Bereich eingreifen: Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. © picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
    Kulturstaatsminister Weimer hat Gespräche über eine bessere Honorierung von Künstlern im Streaming-Bereich angekündigt. Weimer sagte im Deutschlandfunk, es sei krass, wie schlecht die Kreativleistungen der Künstler, Komponisten und Produzenten hier honoriert würden. Es gebe eine systematische Benachteiligung. Deshalb lade er zu einem runden Tisch in diesem Frühjahr mit Musikkonzernen, Kreativen und Streaminganbietern ein. Sollten dort keine Ergebnisse zustandekommen, müsse man über ein Gesetz nachdenken. Der Staatsminister fügte hinzu, die schlechte Honorierung der Kreativen liege nicht so sehr an den Streaming-Plattformen wie Spotify selbst. Denn diese würden ihre Verträge gern mit den Künstler selbst abschließen, die dann mehr Geld aus dem System bekämen. Das Problem seien vielmehr die großen Majors der Musikindustrie. Diese bildeten ein Kartell und nähmen sich zu große Margen aus dem Streaming-System. Weimer erläuterte wesentliche Punkte einer möglichen Lösung per Gesetz. Dieses müsse dann unter anderem eine Nachvollziehbarkeit der Streaming-Aufrufe regeln. Aber es gehe auch um die vertragliche Frage, wer von welchen Erlösen welche Marge ziehen dürfe. Der Staatsminister räumte ein, dass dies ein erheblicher Eingriff in die Vertragsfreiheit wäre. Doch wenn sich ein Markt derart verzerre und man es mit einer Kartellsituation zu tun habe, dann müsse man dem früheren Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard folgen, der gesagt habe: Wir mögen den übergriffigen Staat nicht, aber Kartelle und Monopole mögen wir auch nicht.