Seit 20:03 Uhr Konzert

Dienstag, 20.11.2018
 
Seit 20:03 Uhr Konzert

Kompressor | Beitrag vom 31.10.2018

Max Herzbergs problematische YouTube-Videos Influencing von rechts?

Alexej Hock im Gespräch mit Gesa Ufer

Beitrag hören Podcast abonnieren
Der Youtuber Max Herzberg steht zwischen zwei Softboxen. (imago stock&people)
Influencer Max Herzberg sei mit den Identitären und Rechtsradikalen vernetzt, sagt der Journalist Alexej Hock. (imago stock&people)

Hundertausende Menschen schauen Max Herzberg zu, wenn er auf YouTube Konsumartikel testet. Doch jenseits seines Review-Kanals gibt er auf seinem Vlog und auf Instagram auch Einblicke in seinen Dresdner Alltag – und klopft dort menschenverachtende Sprüche. Zu seinen Fans zählen vor allem Kinder und Jugendliche, sagt Journalist Alexej Hock.

"Ich will es jetzt nicht den Hatern recht machen. Ich will es jetzt nicht den Fans recht machen. Ich werde einfach nur die Box auspacken. Nee, heute gibt es mal kein Messer", sagt Max Herzberg. Der Dresdner war früher Supermarkt-Verkäufer, heute verdient er seinen Lebensunterhalt mit sogenannten Unboxing-Videos. Das heißt: Er filmt sich dabei, wie er von Sponsoren zugesandte Pakete auspackt und die darin enthaltene Ware testet und kommentiert. Das kann von Hundefutter über Shisha-Pfeifen und Musikalben bis zu Klappmessern fast alles sein. Über 280.000 Menschen wollen das regelmäßig sehen – so viele Abonnenten hat Herzberg inzwischen auf YouTube.

Vor allem Kinder und Jugendliche sind Fans

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen aus Sachsen kommt Max Herzberg gut an, sagt Alexej Hock. Der Journalist hat den Influencer für einen Artikel in der "Welt" persönlich getroffen und bewertet sein Verhalten kritisch.

Herzberg habe in seinen Videos geradezu eine eigene Sprache entwickelt, die inzwischen sogar von Kindern und Jugendlichen auf den Schulhöfen imitiert werde. Problematisch ist das nicht nur, weil Max Herzberg sogar verbotene Butterfly-Messer auspackt, sondern auch weil der Influencer in der Kritik steht, rechtes Gedankengut zu verbreiten.

Alexej Hock steht vor einer hellgelben Wand. (dpa / picture-alliance)Für einen Artikel in der Welt hat Alexej Hock den Influencer Max Herzberg getroffen. (dpa / picture-alliance)

Auf Instagram veröffentlichte er einmal ein Foto von einem Hakenkreuz, das er aus Garnelen gelegt hatte. Für die Veröffentlichung bekam Herzberg eine Anzeige und eine Geldstrafe, sagt Hock. Doch in den Kommentaren unter dem Foto feierten seine Fans Herzberg:

"Und dann gibt es auch Schnittstellen zu rechtsradikal eingestellten, rechtsextremen Leuten. Unter anderem gibt es Berührungspunkte zur identitären Bewegung. Wo man untereinander die Beiträge likt, sich aufeinander bezieht in den Instagram-Beiträgen und sich auch teilweise trifft."

Videos von Alkoholexzessen und Pöbeleien

Auf YouTube postet Herzberg regelmäßig Videos von Alkoholexzessen und Pöbeleien, die er mit seinen Freunden verübt. Dabei würden auch beleidigende und menschenverachtende Äußerungen fallen, sagt Alexej Hock. Doch obwohl Herzberg mit rechtem Gedankengut kokettiere, behaupte er immer wieder, er sei nicht politisch, er mache nur Spaß, sagt Alexej Hock.

"Ich habe ihn selbst getroffen. Seine Äußerungen hat er teilweise damit gerechtfertigt, dass er gesagt hat: Ich komme aus Dresden, aus dem tiefsten Osten. Das, was ich mache, diese Sprüche, das gilt hier nicht als rechts, sondern das gilt als normal."

Mit seinen fragwürdigen Unboxing-Videos und ihrem problematischen Inhalt normalisiert Max Herzberg eine Weltsicht, die Alexej Hock als "menschenverachtend" bezeichnet. Welche problematischen Inhalte sich in den harmlos wirkenden Videos verbergen, ist vielen Eltern und Lehrern wohl gar nicht bewusst. Auf dem Filmfestival Dok-Leipzig soll jetzt der Dokumentarfilm "Lord of Toys" über Max Herzberg Premiere haben. Das Bündnis "Leipzig nimmt Platz" hat bereits Protest angekündigt. 

(mw)

Fazit

Uffizien in FlorenzGroße Gruppen müssen extra zahlen
Touristen stehen vor den Uffizien, Florenz 22.07.2014. Florenz Italien PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xMichaelxGottschalkx Tourists Stand before the Uffizi Gallery Florence 22 07 2014 Florence Italy PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright xMichaelxGottschalkx (imago stock&people)

Viele Museen in Italien drohen am Andrang der Touristen zu ersticken. Eike Schmidt, Leiter der Uffizien in Florenz, hat nun eine Gruppensteuer von 70 Euro eingeführt: Große Gruppen würden anderen Besuchern die Sicht auf die Kunstwerke versperren.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur