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Konzert / Archiv | Beitrag vom 21.04.2021

Matthias Kirschnereit und das Württembergische KammerorchesterHaydn auf einem modernen Flügel

Moderation: Volker Michael

Ein Pianist spielt sein Instrument inmitten eines Orchesters in einem großen Saal (Der Pakt/Michael Winkler/WKO)
Der Pianist Matthias Kirschnereit hat im März mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn drei Konzerte von Joseph Haydn aufgenommen. (Der Pakt/Michael Winkler/WKO)

Sie stehen im Schatten der klassisch-romantischen Klavierkonzerte, doch Joseph Haydn hat wunderbare Stücke für Tasteninstrument und Orchester geschrieben. Pianist Matthias Kirschnereit hat drei davon mit dem Württembergischen Kammerorchester gespielt.

Der Pianist hat sich wieder einmal viel vorgenommen: Mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn will Matthias Kirschnereit alle Konzerte für Tasteninstrumente von Joseph Haydn aufnehmen. Das folgt auf sein Mammutprojekt mit sämtlichen Mozart-Klavierkonzerten zusammen mit den Bamberger Symphonikern vor einigen Jahren.

Der Anfang im Haydn-Projekt ist jetzt gemacht. Mitte März 2021 hat das Team um den Solisten drei Konzerte aus der Reihe von insgesamt elf Werken in der Sulmtalhalle in Erlenbach eingespielt.

Der Pianist spielt hochkonzerntriert auf seinem Instrument. (Der Pakt/Michael Winkler/WKO)Der Pianist Matthias Kirschnereit bei Aufnahmen mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn am 19.3.2021 (Der Pakt/Michael Winkler/WKO)

Matthias Kirschnereit leitet das Orchester vom Klavier aus – eine historisch verbürgte, heute wieder gängige Praxis bei den Solokonzerten der Klassik und Frühromantik. Als weiteren kreativen Beitrag – nicht weniger authentisch – hat Kirschnereit alle fünf Kadenzen für die drei Konzerte in dieser Aufnahme- und Konzertsession selbst verfasst. Überliefert ist von Haydn in dieser Frage rein gar nichts.

Von der Orgel zum Flügel

In der Sendung berichtet der Pianist, Professor an der Rostocker Musikhochschule, über seine Erfahrungen mit dem Repertoire und während der Proben und Aufnahmen. Die frühen Konzerte für Tasteninstrumente sind noch zweifelsfrei für Orgel und Cembalo gedacht. Die späten Konzerte dürften für ein Hammerklavier komponiert worden sein. Kirschnereit spielt sie alle drei unterschiedslos auf dem modernen Konzertflügel.

Paris und London im Sinn

Haydn schrieb seine Konzerte für die Kapelle des Fürsten Esterházy, die er viele Jahre geleitet hatte. Doch eigentlich hatte der Komponist immer schon die großen, bürgerlich geprägten Konzertsäle in Wien und vor allem in Paris und London vor dem inneren Ohr gehabt. Deren Hunger nach Neuigkeiten zu bedienen, gelang ihm später mit seinen Sinfonien sehr erfolgreich. Die Klavierkonzerte galten da – nicht zuletzt ihm selbst – schon als Schnee von gestern. Unberechtigterweise, wie wir heute erkennen müssen.

Sulmtalhalle in Erlenbach
Aufzeichnungen vom 16.-19.03.2021

Joseph Haydn
Konzert für Orgel und Orchester C-Dur Hob. XVIII:1
Konzert für Cembalo und Orchester F-Dur Hob. XVIII:3
Konzert für Klavier und Orchester D-Dur Hob. XVIII:11

Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
Matthias Kirschnereit, Klavier und Leitung

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