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Diskurs | Beitrag vom 25.10.2020

MaskenkulturTheater und Oper in Zeiten der Pandemie

Moderation: Hans Dieter Heimendahl

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"Wash your hands. Love each other" steht als Schriftzug an einem Theatereingang. (unsplash / Joshua Reddekopp)
Welche Folgen haben die Corona-Maßnahmen für die Schauspielerinnen und Schauspieler, für die Musiker und Sängerinnen? (unsplash / Joshua Reddekopp)

Das Publikum trägt Mund- und Nasenschutz und sitzt weit auseinander, um Abstand zu wahren. Doch welche Folgen haben die Corona-Regeln für all diejenigen, die auf den Bühnen stehen? Wie ist ihre Arbeit unter den aktuellen Bedingungen möglich?

Nachdem die vergangene Saison während des Corona-Lockdowns abgebrochen werden musste, haben Theater- und Opernhäuser umfassende Hygienekonzepte entwickelt – und den Spielbetrieb wieder mit der neuen Saison aufgenommen.

Andere Stücke, weniger Publikum

Doch sind die Theater und Opern heute noch die Häuser, die wir kannten? Welche Folgen haben die Corona-Maßnahmen für die Schauspielerinnen und Schauspieler, für die Musiker und Sängerinnen? Wie wirken sich die Kontakteinschränkungen auf die Stückauswahl aus? Und was geschieht mit dem Theater, wenn die Plätze leer bleiben?  

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Beim 2. Kulturpolitischen Salon im Deutschen Theater diskutierten über diese und andere Fragen:

Ulrich Khuon, Intendant des Deutschen Theaters Berlin und Präsident des Deutschen Bühnenvereins

Jörg Königsdorf, Chefdramaturg der Deutschen Oper Berlin

Anne Lenk, Regisseurin

Spielen auf Abstand

Eine der größten Herausforderungen für Theaterschaffende ist derzeit, Stoffe zu finden, die unter den gegebenen Hygieneregeln umsetzbar sind. Doch in den Beschränkungen liegt oft auch eine künstlerische Chance.

Jörg Königsdorf erinnert daran, dass Theater "jahrhundertelang nur mit Abstand zwischen den Akteuren" funktioniert habe. Und, dass anstelle einer direkten Umarmung "ein ausgeklügeltes Gestenrepertoire" genutzt wurde.

Auch Ulrich Khuon glaubt nicht, dass die 1,50 Meter zwischen den Darstellenden zu langweiligem "Abstandtheater" führen müssen: "Wenn man sich darauf einstellt und das nicht nur als Fessel interpretiert oder sich dagegen wehrt, dann können da sehr schöne Arbeiten entstehen. Also ich will damit sagen: Es ist ein Problem, aber es verunmöglicht die Arbeit nicht."

Singen ist wie Hochleistungssport

Den Spielbetrieb auch in Pandemiezeiten so weit wie möglich aufrecht zu erhalten ist wichtig – für das Publikum, aber auch für die Künstlerinnen und Künstler. Dabei gehe es, sagt Königsdorf, nicht bloß um deren Sehnsucht, ihre Kunst auszuüben:

"Es ist sogar ein physisches Erfordernis – zumindest bei Sängern und Instrumentalisten. Die müssen einfach singen und spielen, um ihre Fähigkeiten nicht zu verlernen. Das ist wie beim Gewichtheber oder der Hürdenläuferin. Kunst ist ja immer zu einem Aspekt auch Hochleistungssport. Insofern sind wir als Häuser auch den Künstlern und Künstlerinnen gegenüber verpflichtet."

Der Kulturpolitische Salon ist ein Diskussionsforum in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bühnenverein, dem Deutschen Kulturrat, dem Deutschen Theater Berlin und Deutschlandfunk Kultur.

(tif)

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