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Konzert / Archiv | Beitrag vom 21.11.2010

Martinu-Festtage Basel

Eröffnungskonzert aus dem Stadtcasino

Der Komponist Bohuslav Martinù ((c) Archive: CBM Policka)
Der Komponist Bohuslav Martinù ((c) Archive: CBM Policka)

Seit 1995 gibt es die Martinů-Festtage, die jeden Herbst in Basel stattfinden. Das älteste klassische Musikfestival Basels wird von der Presse "zu den kleinsten und feinsten seiner Art" gezählt und bleibt seiner ursprünglichen Idee treu, das Werk des Wahlbaslers Bohuslav Martinů zu verbreiten und international angesehene Künstler zu motivieren, es weltweit mit auf Reisen zu nehmen.

Die diesjährigen Martinů-Festtage Basel werden am 17. November von der Camerata Bern unter der Leitung von Violinist Kolja Blacher mit einem Concerto-grosso-Programm eröffnet, auf dem Programm stehen Werke von Arcangelo Corelli, Georg Friedrich Händel, Gideon Klein und Bohuslav Martinů, dessen Concerto da Camera aus der Zusammenarbeit mit dem Basler Dirigenten Paul Sacher hervorgegangen ist.

Bohuslav Martinů, 1890 in Tschechien geboren, gehört zu den herausragenden Komponisten des 20. Jahrhunderts. Der Autodidakt studierte kurz bei Josef Suk in Prag und bei Albert Roussel in Paris, wo er ab 1923 lebte. 1940 flüchtete er vor den Nationalsozialisten, emigrierte in die USA und lehrte dort bis 1953 Komposition u. a. an der Princeton University und am Berkshire Music Center. Die Jahre danach verbrachte er in Frankreich, Italien und in der Schweiz. Die politischen Prozesse gegen seine engen Freunde (Václav Talich, Jan Masaryk) haben Bohuslav Martinů veranlasst, den Gedanken an eine Rückkehr in seine inzwischen von den Kommunisten regierte Heimat aufzugeben. 1959 starb er in Liestal. Das vielfältige Werk von Bohuslav Martinů umfasst über 400 Kompositionen, rund 30 bedeutende Werke wurden in der Schweiz oder als Auftragskomposition für Schweizer Veranstalter geschrieben.

"Um die Wahrheit zu sagen – ich bin ein Concerto-grosso-Typ", schreibt Bohuslav Martinů 1945. Vorbilder waren ihm die Concerti grossi Arcangelo Corellis, die er wegen ihrer strukturellen Klarheit und ihrer musikalischen Vitalität bewunderte. Die Partita von 1931 ist einer der ersten Schritte Martinůs auf seinem Weg zum Concerto grosso als persönliche Ausdrucksform. Es war das erste Werk Martinůs, das der Dirigent Paul Sacher mit seinem Basler Kammerorchester 1933 aufführte. Sacher trat daraufhin mit Martinů in Kontakt, und es entwickelte sich eine rege Zusammenarbeit und später eine enge Freundschaft.

Die Uraufführung des Concerto da Camera – eines der bedeutendsten Auftragswerke Paul Sachers – fand am 23. Januar 1942 in Basel statt. Es spielten Gertrud Flügel und das Basler Kammerorchester unter Paul Sacher. Drei Tage später telegrafierte Sacher an Martinů: "Violinkonzert mit Begeisterung aufgenommen, wir danken Dir alle". Es gehört zu den beliebtesten Konzerten von Martinů, aufgrund seiner musikalischen Einfälle, des sinnlichen Klangs der Orchesterstimme und der Virtuosität der Solostimme.
(www.martinu.ch).



Martinů-Festtage Basel
Eröffnungskonzert
Stadtcasino Basel, Hans Huber-Saal
Aufzeichnung vom 17.11.10


Bohuslav Martinů
Partita

Gideon Klein
Partita für Streicher

Arcangelo Corelli
Concerto grosso D-Dur op. 6 Nr. 4

ca. 21:00 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Georg Friedrich Händel
Concerto grosso A-Dur op. 6 Nr. 11

Bohuslav Martinů
Concerto da Camera für Violine, Streicher, Klavier und Pauke


Kolja Blacher, Violine und Leitung
Camerata Bern

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