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Die besondere Aufnahme / Archiv | Beitrag vom 13.02.2021

Markus Schäfer singt Schubert: Winterreise Mit großem Gefühl durchs knirschende Kalt

Moderation: Stefan Lang

Ein Mann mit Hut läuft durch einen schneebedeckten, lichten Wald. (Markus Schäfer / Vincent Schäfer)
Markus Schäfer liebt Schuberts Musik, auch die "Winterreise". (Markus Schäfer / Vincent Schäfer)

Die Winterreise von Franz Schubert ist ein Meilenstein, ein romantisches Ideal beim Verschmelzen von Text und Musik. Das Werk haben Markus Schäfer und Tobias Koch nicht losgelassen, sie "mussten" ihre Fassung vorlegen - und das mit einem historischen Flügel.

Die Winterreise op. 89 von Franz Schubert, offizielle Nummer ist Deutschverzeichnis 911. Hinter dieser nüchternen Werkbezeichnung steckt ein Zyklus von Liedern, gedichtet von Wilhelm Müller. Franz Schubert schuf das Werk in zwei "Schüben" im Jahr 1827: die erste Abteilung im Februar, die zweit im Oktober - schon krank, hat er dann noch 13 Monate Lebenszeit vor sich.

Kaltes Verglühen

'Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus' - so beginnt das erste Lied. Es umschreibt den kompletten Geist der Lieder und der Vertonungen. Die "Geschichte" endet damit, dass der Wanderer sich dem Leiermann - die poetische Umschreibung für den Tod - anschließt. Diese existentielle, persönliche, allgemeine, humanistische, künstlerische Sicht offenbart einen fundamentalen Weltschmerz in Tönen, projiziert auf ein Künstlerdasein, dem sich sowohl Markus Schäfer noch Tobias Koch als regelmäßige Schubert-Interpreten nicht entziehen können und nun ihre Fassung - neben den vielen anderen, die existieren - präsentieren.

Das Besondere: der Flügel, für den sich beide für ihre Interpretation entschieden haben: ein Instrument, das zu Schuberts Lebzeiten, um 1825, in Thüringen oder Sachsen gefertigt wurde. Er ist Teil der historischen Sammlung an Tasteninstrumenten der Klassik Stiftung Weimar. 

Aufnahme vom Februar 2018 im Weißen Saal des Stadtschlosses Weimar

Franz  Schubert
Winterreise – Liederzyklus für Singstimme und Klavier D 911
Auf Texte von Wilhelm Müller

Markus Schäfer, Tenor
Tobias Koch, Flügel um 1835 

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