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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 06.06.2017

Maritime Wirtschaft "Das Wasser steht uns bis zum Hals"

Von Martin Hartwig

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Die "MSC Oscar", eines der größten Containerschiffe der Welt. (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)
Die "MSC Oscar", eines der größten Containerschiffe der Welt. (picture alliance / dpa / Ingo Wagner)

Mit dem Seetransport von Containern ließen sich früher Milliarden verdienen. Fast alle deutschen Reedereien orderten deshalb immer neue Schiffe, um am transkontinentalen Boom teilzuhaben. Heute jammern sie.

Mit Übersee-Transporten lassen sich offenbar keine so guten Geschäfte mehr machen. Ein besonderes Problem bereiten die Megafrachter, die 16.000 oder mehr Container tragen können. Sie sind nicht mehr auszulasten und fahren hohe Verluste ein. Zu viel Transportkapazität, zu wenig Ladung: Deutschland hat in den letzten Jahren fast 20 Prozent seiner Flotte verloren. Durch internationale Fusionen und neue Allianzen versucht die Branche, sich am Markt zu halten.

Ein anderes Problem: Auch die deutschen Häfen sind mittlerweile zu klein für die Superfrachter und die Flussmündungen von Elbe und Weser zu flach für deren Tiefgang. Deshalb wird ein einfacher Aufschwung des Welthandels die maritime Krise an Deutschlands Küsten nicht dauerhaft lösen können.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Ein Fazit dieses Beitrags: Die Hoffnung stirbt zuletzt - so könnte das Motto des maritimen Business lauten. Aber, was soll eigentlich die Hoffnung begründen? Noch in diesem Jahr werden weitere 21 Mega-Frachter vorwiegend aus südkoreanischer Produktion auf Jungfernfahrt gehen. 2018 sollen dann sogar weitere 25 Giganten der Meere vom Stapel laufen. Allesamt bestellt in Jahren, als man glaubte, die Krise hätte die Talsohle überschritten. Die Herausnahme kleinerer Frachter aus dem Transportgeschäft durch Verschrotten oder Stilllegen kommt gegen diese massive Neubauoffensive nicht an.

So ist der Horizont auf allen Weltmeeren voller Schiffe, die die Überkapazitäten weiter steigern und die Frachtraten nach unten drücken. Schiffe, die niemand braucht. Man wird also auch in den kommenden Jahren die Wehklagen aus der Schifffahrtsbranche häufig und deutlich vernehmen können.

Das Manuskript des Beitrags ist in volller Länge als PDF oder als TXT herunterladbar.

(mkn)

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