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Neue Musik | Beitrag vom 30.04.2019

Maria de Alvears "Magna Mater"musica arcaica

Vorgestellt von Hubert Steins

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Die Komponistin lauscht an einem großen bronzenen Ohr in einer Ausstellung. (Maria de Alvear / Philip Lethen)
Für Maria de Alvear ist die Existenz des Menschen ein musikalisches Drama. (Maria de Alvear / Philip Lethen)

"Alle Musik ist religiös!" so Maria de Alvear. Die spanisch-deutsche Komponistin hat eine große Affinität zu spirituellen Praktiken. Ihre dramatisch-theatralischen Werke haben oft selbst rituellen Charakter. Sie feiern die Menschheitsgeschichte als ein Wunder.

Seit jeher arbeitet sich die 1960 in Madrid geborene Maria de Alvear an der Conditio Humana ab. In ihren Werken und Performances thematisiert die ehemalige Kagel-Schülerin die Gebundenheit des Menschen an Liebe, Lust und Sexualität.

Emotionalität und Magie

Oft spielen in ihren Arbeiten anthropologische und kulturhistorische Phänomene eine zentrale Rolle. De Alvear, die eine Zeitlang unter indigenen Völkern lebte, beschäftigt sich leidenschaftlich mit Paläontologie, Archäologie und Linguistik.

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Im März 2013 wurde ihr Ensemblestück "Magna Mater" als Auftragswerk für die "Semana de la Música Religiosa de Cuenca" in einer profanierten spanischen Kirche uraufgeführt. Im Untertitel nennt sie das opulente Stück "Un cuento sobre la temporalidad" (Eine Erzählung über die Zeitlichkeit). Musikalisch setzt de Alvear in dieser dreiviertelstündigen Allegorie auf statische Klangfülle, was den obsessiven Charakter ihrer Kunst unterstreicht.

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