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Konzert / Archiv | Beitrag vom 18.11.2016

Marcus Bosch und die Staatsphilharmonie NürnbergErstgeborene

Live aus der Meistersingerhalle Nürnberg

Generalmusikdirektor des Nürnberger Staatstheaters Marcus Bosch (picture alliance / dpa /Daniel Karmann)
Generalmusikdirektor des Nürnberger Staatstheaters Marcus Bosch (picture alliance / dpa /Daniel Karmann)

Zwei erste Sinfonien spielen die Nürnberger Philharmoniker an diesem Abend unter Leitung von Marcus Bosch - Johannes Brahms hat ewig mit sich gerungen, während Antonín Dvořák frisch ans Werk ging.

Brahms hat lange gerungen, ehe er seine Erste vorlegen konnte, Beethovens sinfonisches Werk saß ihm im Nacken und hat ihn ob seiner Qualitäten gequält und ihn nach eigenem Empfinden auf seine Unzulänglichkeiten hingewiesen. Mit 43 Jahren legte er die Meisterprüfung ab mit seiner Ersten Sinfonie. Das war im Jahre 1876. Durch seine Klaviermusik, seine Kammermusikwerke und nicht zuletzt durch "Ein deutsches Requiem" war Brahms längst ein angesehener Komponist. Auch das hat den immensen Erwartungsdruck aufgebaut. Seine 1. Sinfonie gehört bis heute zu den wichtigsten Orchesterwerken überhaupt.

Ganz anders die Erste Sinfonie, die Antonín Dvořák mit 24 Jahren für einen Kompositionswettbewerb schrieb. Angeblich hatten die Glocken der böhmischen Stadt Zlonice, in der Dvořák als Zwölfjähriger eine Metzgerlehre begonnen hatte, ihn zu der Musik inspiriert. Die Sinfonie zeigt einen jungen Komponisten in der Phase des Experimentierens und Nachahmens, wobei sich Dvořák weniger an dem übergroßen Vorbild Beethoven als vielmehr an Franz Schubert orientierte. Den Wettbewerb hat er mit diesem Werk, dessen Partitur verloren ging und das erst lange nach dem Tod des Komponisten uraufgeführt wurde, nicht gewonnen. Zehn Jahre später war es ausgerechnet Johannes Brahms, der dem böhmischen Komponisten zum Durchbruch verhelfen sollte. Mit den beiden Erstlingen setzen Marcus Bosch und die Staatsphilharmonie Nürnberg die Reihe mit Dvořák-Sinfonien fort und konfrontieren den Erstling Dvořáks mit einem Spitzenwerk der Sinfonik. 

Die Staatsphilharmonie Nürnberg ist das große Orchester der Metropolregion Nürnberg und das zweitgrößte Opern- und Konzertorchester in Bayern. Neben circa 150 Opern- und Ballettvorstellungen im Opernhaus des Staatstheaters Nürnberg bestreitet sie jährlich acht Philharmonische Konzerte in der Meistersingerhalle, zahlreiche Sonderprojekte und Kinderkonzerte.

Live aus der Meistersingerhalle Nürnberg                  

Antonín Dvořák
Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 3 "Die Glocken von Zlonice"

ca. 20.50 Uhr Konzertpause, darin: "Die Partitur im Kopf und nicht den Kopf in die Partitur, so gehört sich’s" -
25 Jahre Dirigentenforum des Deutschen Musikrats, von Carola Malter

Johannes Brahms
Sinfonie Nr.1 c-Moll op. 68

Staatsphilharmonie Nürnberg
Leitung: Marcus Bosch

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