"Man muss eine gewisse Hartnäckigkeit haben"
Unter dem Titel "Der Geschichtenerzähler" hat der Schauspieler Vadim Glowna seine Erinnerungen vorgelegt. Darin beschreibt er unter anderem seine Kindheit im Hamburg der Nachkriegszeit und seinen Weg in die Schauspielerei.
Auszüge aus dem Gespräch:
Sigried Wesener: Vadim Glowna, als "Geschichtenerzähler", so der Titel Ihrer Lebenserinnerungen, wollten Sie nicht Ihr ganzes Leben nacherzählen, sondern Sie haben Episoden, Lebenslinien herausgegriffen aus Ihrem Leben: über die Familie erzählt, über die Nachkriegszeit im zerstörten Hamburg, über die Schauspielerei, über die Filmkarriere. Rückblickend hat man, als Leser zumindest, den Eindruck, dass es ganz wenig Sicherheiten, ganz wenig Sicheres in Ihrem Leben gab. Wo haben Sie Halt gefunden?
Vadim Glowna: Na ja, das hat sicher mit meinem Elternhaus zu tun, mit dem Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin. Ich bin ja nicht nur von meinen Eltern erzogen worden, sondern auch von der Straße. Und musste mich da auch früh irgendwie durchsetzen und kämpfen.
Wesener: In Hamburg?
Glowna: In Hamburg, ja. Und da muss man irgendwie überleben und irgendwo bei sich selber bleiben. Weil ich war den ganzen Tag über eigentlich immer allein: Schule und dann Schlüssel für zuhause, meine Mutter kam abends von der Arbeit, mein Vater fuhr zur See. Und trotzdem, glaube ich, habe ich nichts entbehrt. Also es war immer ein Rückhalt da und Vertrauen. Und damit wächst man dann so auf.
Wesener: Das war eine typische Nachkriegskindheit: Die Familie zerrissen, sie sind in Eutin geboren, Hamburg dann, Sie sagten es schon, kriegszerstört, Sie haben in den Trümmern gespielt, sind in Altona, und in der Gegend da um Altona aufgewachsen: Mir ist aufgefallen, auch wenn man spätere Abschnitte, spätere Zäsuren sieht, dass Sie auf jeden Fall etwas auszeichnet, das ist die Hartnäckigkeit. Sie haben sich schon als Kind bewusst durchgesetzt. Ich erinnere nur an die Szene mit dem Schlitten, der den ganzen Sommer in der Küche stand, und, wie Sie schreiben, so Ihre Bibliothek wurde.
Glowna: Ja, mein eigenes Territorium. Da konnte auch keiner ran und mich auch nicht vertreiben.
Wesener: Aber diese Hartnäckigkeit: Trifft es zu, dass das etwas war, das später auch dann, als der Schauspieler immer wieder neue Wege suchte, oder auch der Regisseur sich durchsetzen musste: Dass Hartnäckigkeit so etwas war, was Sie auszeichnet?
Glowna: Na ja, wenn man in diesem Beruf etwas will, dann muss man eine gewisse Hartnäckigkeit und Sturheit haben. Denn sonst gelingt nichts. Dann gibt man auf und resigniert und das lass' ich mir nicht gefallen, auch vor mir selbst nicht. Und manchmal geht es nicht den kurzen, geraden Weg. Dann muss man halt Umwege gehen, aber das Ziel immer im Auge behalten. Und das ist eine ganz gute Bewegung auf das Ziel zu. Wenn man's erreicht, sind dahinter zehn neue Ziele. Und man muss sich dann wieder entscheiden. Es wird einem ja auch nicht leicht gemachtm, zum Beispiel in der Schauspielerei. Ich musste mich zum Beispiel gegen Peter Zadeck durchsetzen, der kein einfacher Mann war und der sehr schwer zufriedenzustellen war in der Probenarbeit.
Das vollständige Gespräch mit Vadim Glowna können Sie für begrenzte Zeit in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.
Sigried Wesener: Vadim Glowna, als "Geschichtenerzähler", so der Titel Ihrer Lebenserinnerungen, wollten Sie nicht Ihr ganzes Leben nacherzählen, sondern Sie haben Episoden, Lebenslinien herausgegriffen aus Ihrem Leben: über die Familie erzählt, über die Nachkriegszeit im zerstörten Hamburg, über die Schauspielerei, über die Filmkarriere. Rückblickend hat man, als Leser zumindest, den Eindruck, dass es ganz wenig Sicherheiten, ganz wenig Sicheres in Ihrem Leben gab. Wo haben Sie Halt gefunden?
Vadim Glowna: Na ja, das hat sicher mit meinem Elternhaus zu tun, mit dem Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin. Ich bin ja nicht nur von meinen Eltern erzogen worden, sondern auch von der Straße. Und musste mich da auch früh irgendwie durchsetzen und kämpfen.
Wesener: In Hamburg?
Glowna: In Hamburg, ja. Und da muss man irgendwie überleben und irgendwo bei sich selber bleiben. Weil ich war den ganzen Tag über eigentlich immer allein: Schule und dann Schlüssel für zuhause, meine Mutter kam abends von der Arbeit, mein Vater fuhr zur See. Und trotzdem, glaube ich, habe ich nichts entbehrt. Also es war immer ein Rückhalt da und Vertrauen. Und damit wächst man dann so auf.
Wesener: Das war eine typische Nachkriegskindheit: Die Familie zerrissen, sie sind in Eutin geboren, Hamburg dann, Sie sagten es schon, kriegszerstört, Sie haben in den Trümmern gespielt, sind in Altona, und in der Gegend da um Altona aufgewachsen: Mir ist aufgefallen, auch wenn man spätere Abschnitte, spätere Zäsuren sieht, dass Sie auf jeden Fall etwas auszeichnet, das ist die Hartnäckigkeit. Sie haben sich schon als Kind bewusst durchgesetzt. Ich erinnere nur an die Szene mit dem Schlitten, der den ganzen Sommer in der Küche stand, und, wie Sie schreiben, so Ihre Bibliothek wurde.
Glowna: Ja, mein eigenes Territorium. Da konnte auch keiner ran und mich auch nicht vertreiben.
Wesener: Aber diese Hartnäckigkeit: Trifft es zu, dass das etwas war, das später auch dann, als der Schauspieler immer wieder neue Wege suchte, oder auch der Regisseur sich durchsetzen musste: Dass Hartnäckigkeit so etwas war, was Sie auszeichnet?
Glowna: Na ja, wenn man in diesem Beruf etwas will, dann muss man eine gewisse Hartnäckigkeit und Sturheit haben. Denn sonst gelingt nichts. Dann gibt man auf und resigniert und das lass' ich mir nicht gefallen, auch vor mir selbst nicht. Und manchmal geht es nicht den kurzen, geraden Weg. Dann muss man halt Umwege gehen, aber das Ziel immer im Auge behalten. Und das ist eine ganz gute Bewegung auf das Ziel zu. Wenn man's erreicht, sind dahinter zehn neue Ziele. Und man muss sich dann wieder entscheiden. Es wird einem ja auch nicht leicht gemachtm, zum Beispiel in der Schauspielerei. Ich musste mich zum Beispiel gegen Peter Zadeck durchsetzen, der kein einfacher Mann war und der sehr schwer zufriedenzustellen war in der Probenarbeit.
Das vollständige Gespräch mit Vadim Glowna können Sie für begrenzte Zeit in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.
