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Fazit / Archiv | Beitrag vom 05.11.2007

Maihold: Aufarbeitung der Franco-Diktatur in Spanien notwendig

Vergangenheitsbewältigung spaltet Spaniens Gesellschaft

Francisco Franco, spanischer Diktator, 1975 (AP Archiv)
Francisco Franco, spanischer Diktator, 1975 (AP Archiv)

Die Aufarbeitung der Franco-Diktatur könnte alte Wunden aufreißen und die Gesellschaft weiter spalten. Trotzdem sei das vor einigen Tagen im Madrider Parlament verabschiedete "Gesetz zur historischen Erinnerung" absolut notwendig, sagte der Spanien-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Günther Maihold, im Deutschlandradio Kultur.

Spanien sei immer Modell für den Übergang von der Diktatur zur Demokratie gewesen. Das sei aber mit Geschichtsvergessenheit erkauft worden. Das Kapitel der Franco-Diktatur sei lange auf Eis gelegt worden, sagte Maihold. Maihold betonte, dass Franco in bestimmten Kreisen immer noch positiv gesehen werde. Das gelte auch für weite Teile der Katholischen Kirche.

Franco sei immer noch im Straßenbild mit Statuen und nach ihm benannten Straßen präsent. Diese Ehrungen müssen nach dem neuen Gesetz entfernt werden. Hier wird die Vergangenheitsbewältigung nach Maiholds Einschätzung demnächst sichtbar werden und das Zusammenleben der Menschen verändern. Nachbarn würden entdecken, "wer auf welcher Seite gestanden hat". Das werde eine massive Veränderung der Lebenszusammenhänge bewirken.

Maihold bezeichnete das Gesetz dennoch als notwendig. Es sei ein gutes Zeichen, "wenn sich Spanien einem Prozess der Vergangenheitsbewältigung stellt".

Das Gesetz soll keine juristischen Folgen haben, erklärte Maihold. Dennoch sollen die Opfer eine Anerkennung erhalten, indem man feststellt, dass die alten Verfahren unrechtmäßig waren.

Sie können das vollständige Interview mit Günther Maihold mindestens bis zum 5.3.2008 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.
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