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Kompressor | Beitrag vom 15.05.2017

Mängel im NSU-ProzessDas "NSU-Tribunal" klagt an

Mely Kiyak im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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NSU-Prozess am 24.01.2017 im Gerichtssaal im Oberlandesgericht in München. (picture alliance / Peter Kneffel/dpa)
Der NSU-Prozess im Oberlandesgericht in München (picture alliance / Peter Kneffel/dpa)

Um die mangelhafte Aufklärung der NSU-Morde anzuprangern: Künstler und Aktivisten haben in Köln ein "NSU-Tribunal" organisiert. Die "Anklageschrift" hat Mely Kiyak geschrieben. Im Interview erklärt die Publizistin, was sie dazu motiviert hat.

Die Aufklärung geht ihnen zu langsam, deshalb rufen Künstler und Aktivisten in Köln zum "NSU-Tribunal": Geplant sind Performances, Theater und Diskussionen im Schauspiel Köln. Die Anklageschrift des Tribunals wurde von Mely Kiyak verfasst, aber nicht "im Namen des Volkes", wie die Publizistin erläutert.

"Im Namen des Volkes klagen Richter an, Staatsanwälte und die Justiz. Ich bin nicht Teil des Justizapparates,  sondern als Publizistin Teil der Gesellschaft. Und ich klage an", sagte Kiyak im Interview mit Deutschlandfunk Kultur.

Mely Kiyak  (dpa/ picture alliance / Karlheinz Schindler)Mely Kiyak (dpa/ picture alliance / Karlheinz Schindler)

Aussprechen, was viele Menschen denken

Die Anklage hat Kiyak im Namen der Bundesrepublik Deutschland und der "Gesellschaft der Vielen" geschrieben. "Ich bin Bürgerin der Bundesrepublik … und habe in diesem freiheitlichen Staat auch das Recht zu sagen: Hier läuft etwas schief." Sie spreche nur aus, was viele Menschen in Deutschland denken.

"Das ist doch eine Ungeheuerlichkeit, dass Rechtsextreme Menschen umbringen können", empörte sich Kiyak. Den Umstand, dass die mangelhafte Aufklärung der NSU-Morde permanent von "Pannen" begleitet werde, findet Kiyak besonders empörend. (orm)

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