Macht um jeden Preis

Metropolitan Opera House New York © Walter Vorwerk
24.03.2012
In "Macbeth" hat sich Giuseppe Verdi zum ersten Mal musikalisch mit dem Werk Shakespeares auseinandergesetzt. Schon frühzeitig interessierten ihn die Dramen des berühmten Engländers. Doch erst für "Macbeth" beauftragte der Komponist den Poeten Francesco Maria Piave, ein Libretto zu verfassen, in dessen Ausarbeitung er allerdings stark eingriff.
Giuseppe Verdi wollte "etwas außerhalb des Üblichen zu machen", um der genialen Vorlage gerecht zu werden, ein Beispiel hemmungslosen Machtstrebens, das tiefe Einblicke in menschliche Abgründe gewährt. Nie zuvor gelangen ihm musikalisch so entwickelte Persönlichkeiten, nie zuvor ließ er die Konventionen der italienischen Oper so sehr hinter sich wie in diesem düsteren Drama. Er hob vor allem die Figur der Lady Macbeth hervor und rückte sie in den Mittelpunkt seiner Oper.

In einem umfangreichen Briefwechsel mit dem Librettisten ist nachzulesen, dass Verdi hier begann, großen Wert auf die Verbindung von stimmlicher und dramatischer Qualität bei der Ausgestaltung einer Rolle zu legen.

Die Premiere 1847 in Florenz erntete nur einen durchschnittlichen Publikumserfolg; die Presse reagierte teils sogar negativ. Für eine Aufführung in Paris 1865 schrieb Verdi das Werk, das er zu seinem Lieblingsstück erkoren hatte, um. Trotzdem stand es lange im Schatten seiner großen Opern, bis man sich vor allem in Deutschland in den 1920er Jahren auch um die weniger populären Werke kümmerte.



Live aus der Metropolitan Opera New York

Giuseppe Verdi
"Macbeth"
Oper in vier Akten
Libretto: Francesco Maria Piave
nach William Shakespeare

Macbeth – Thomas Hampson, Bariton
Lady Macbeth – Nadja Michael, Sopran
Banco – Günther Groissböck, Bass
Macduff – Dimitri Pittas, Tenor
Kammerfrau – Claudia Waite, Mezzosopran
Malcolm – Richard Cox, Tenor
Ein Doktor – James Courtney, Bass
Mörder – Donovan Singletary, Bass
Herold – Brandon Mayberry, Bass
Diener – Evan Hughes, Bass
Chor und Orchester der Metropolitan Opera New York
Leitung: Gianandrea Noseda

nach dem 2. Akt ca. 20:30 Uhr Pause mit Nachrichten
Friederike Westerhaus im Gespräch mit
Nadja Michael und Thomas Hampson