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Die besondere Aufnahme / Archiv | Beitrag vom 14.03.2020

Luisa Imorde spielt Bach und KapustinFreiheit und Ordnung

Gast: Luisa Imorde; Moderation: Volker Michael

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Cover der CD (deutschlanradio / Thekla Heinicke)
Das neue Album von Luisa Imorde stellt barocke und neue Musik gegenüber. (deutschlanradio / Thekla Heinicke)

Besonderes, scheinbar Gegensätzliches miteinander kombinieren, das will die Pianistin Luisa Imorde. In ihrer neuen Produktion für DLF Kultur hat sie Werke Bachs mit gleichnamigen Stücken des ukrainisch-russischen Komponisten Nikolaj Kapustin verbunden.

Luisa Imorde hat im Kölner Kammermusiksaal von Deutschlandradio in fünf intensiven Aufnahmetagen Klavierwerke von Johann Sebastian Bach und von Nikolaj Kapustin aufgenommen. "Moon rainbow" heißt ihr neues Album - nach dem Titel eines romantisch anmutenden Klavierstücks Kapustins. Solche Mond-Regenbogen gibt es tatsächlich, sie sind aber äußerst selten und nur für gut geübte Beobachter sichtbar.

Die Pianistin sitzt neben einem Flügel und reibt die Hände aneinander. (Luisa Imorde / Julia Wesely)Luisa Imorde übt täglich fünf bis sechs Stunden, sagt sie in einem Interview. (Luisa Imorde / Julia Wesely)

"Moon rainbow" heißt das letzte Klavierstück, das der hochbetagte Nikolaj Kapustin vollendet hat. Luisa Imorde hat es aus dem Manuskript gespielt und nun in dieser Produktion für die Welterstaufnahme gesorgt. 

Nikolaj Kapustin wird immer mit Jazz in Verbindung gebracht. Das ist einerseits richtig, weil er sich von Farben und Strukturen des nordamerikanischen Jazz hat anregen lassen, und selbst auch sehr viel Erfahrungen als praktischer Jazz-Pianist gesammelt hat.

Andererseits bekommt man auch falsche Erwartungen, wenn man ihn mit der Kategorie Jazz verankert und dann seine Klavierwerke kennen lernt, denn es ist komponierte Musik. Und Kapustin sei ein Perfektionist, der über Jahre an seinen Stücken gefeilt hat, erzählt Luisa Imorde.

Spannende Mischung

Auf der jetzt erschienenen CD, die Deutschlandfunk Kultur mit dem Label Berlin Classics koproduziert hat, treffen wir die Musikwerke Bachs und Kapustins immer im Wechsel – das könnte also ein wildes Kaleidoskop von Stücken sein, die die Pianistin frei zusammengestellt hat. In unserer Sendung erklärt sie die Genese und die Gründe für ihren Mut, das zu tun, denn gewöhnlich und berechenbar ist dieses Aufnahmeprojekt keinesfalls.

Tonmeister dieser Produktion waren Gidi Boss und Stephan Schmidt, der Toningenieur Michael Morawietz.

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