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Kompressor | Beitrag vom 10.11.2014

Löschen oder Weiterleben?Digitaler Nachlass

Eine Kampagne der Bundesverbraucherzentrale klärt auf

Ein Glasstein liegt auf dem Bildschirm eines iPhones und vergrößert das Profil-Icon einer Facebook-Anwendung. (picture alliance / dpa / Maximilian Schönherr)
Ein Glasstein liegt auf dem Bildschirm eines iPhones und vergrößert das Profil-Icon einer Facebook-Anwendung: Was passiert mit den eigenen Daten nach dem Tod? (picture alliance / dpa / Maximilian Schönherr)

Was passiert nach meinem Tod mit meinem Facebook-Profil? Und was können die Angehörigen tun, wenn Passwörter den Zugang zu Online-Konten versperren? Michaela Zinke, Referentin für Verbraucherrechte in der digitalen Welt, rät dazu, auch den digitalen Nachlass rechtzeitig zu regeln.

Beim Stichwort "Nachlass" denken die meisten wahrscheinlich an klassische Werte wie Immobilien, Sparbücher oder Opas Münzsammlung. Im digitalen Zeitalter hinterlassen viele Menschen nach ihrem Tod allerdings auch jede Menge Spuren im Netz - und nicht nur das. Oft gibt es Online-Verträge, Abos oder schwebende Verfahren bei Auktionshäusern. Auch an der Stelle müssen die Hinterbliebenen nicht selten jede Menge regeln.

Darauf macht jetzt die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit der Kampagne #machtsgut aufmerksam. Die vzbv-Referentin für Verbraucherrechte in der digitalen Welt, Michaela Zinke, empfiehlt, sich rechtzeitig um den digitalen Nachlass zu kümmern. Wenn der Verstorbene beispielsweise keine Passwörter hinterlassen habe, hätten es die Erben sehr schwer, sagte sie im Deutschlandradio Kultur.

Entrümpelung von digitalen Nachlässen - die Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht

Im Erbrecht gibt es keinen Unterschied zwischen realer und digitaler Welt: Hier wie dort gelten die gleichen Rechte und Pflichten. Doch ohne Passwörter kein Zugriff auf Online-Konten - und ohne Zugriff keine Informationen darüber, wie der Verstorbene diese genutzt hat. Manchmal würden die Hinterbliebenen erst durch Mahnungen, die dann per Post kämen, informiert, sagt Zinke. Sie rät deswegen dazu, zumindest den Zugang zum E-Mail-Account zu hinterlassen.

Vor Firmen, die eine "Entrümpelung" des digitalen Nachlasses anbieten, warnt Zinke hingegen. Hier rate der vzbv zur Vorsicht, auf den PCs seien in der Regel unheimlich viele persönliche Daten, besonders Fotos.

Mehr zum Thema:

Digitalisierung - Bedingt kontrollfähig
(Deutschlandradio Kultur, Buchkritik, 27.10.2014)

Datenschutz - Die richtigen Mittel zum Zweck?
(Deutschlandradio Kultur, Lesart, 09.08.2014)

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