Live aus der Stadthalle Chemnitz

Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz © Städtische Theater Chemnitz
13.10.2011
"Wouivres" war eine Auftragsarbeit für das London Philharmonic Orchestra und Kurt Masur, konnte aber bislang nicht uraufgeführt werden. Der Titel stammt aus dem Keltischen und hat mehrere bildhafte Bedeutungen - von einer sich auf dem Boden entlang windenden Schlange bis hin zu alles umfassenden kosmischen Strömen. Musikalisch hat Torsten Rasch die Idee in vier Sätzen umgesetzt, durch die sich eine Tonreihe in immer neuen harmonischen Variationen bewegt.
Von den drei Klavierkonzerten Peter Tschaikowskys ist vor allem das erste bekannt - und daraus der Beginn des 1. Satzes. Die Hornfanfare, die Orchester-Akzente, die schweren, vollen Klavierakkorde und die folgende Melodie aus einem ukrainischen Volkslied sind populär geworden und lassen vergessen, dass der zweite Satz ebenso schöne Melodien birgt (die aus einem französischen Volkslied stammen) und der dritte Satz ein temperamentvolles, folkloristisches Rondo ist.

Folkloristische Klänge interessierten auch Claude Debussy - allerdings zitierte Debussy nicht direkt: Er erfand Eigenes nach Vorbildern aus dem Volksgut. In der "Ibéria" aus den drei "Images" für Orchester kommt nicht ein einziges spanisches Volkslied vor. Und dennoch war das Publikum bei der Uraufführung 1910 fasziniert davon, wie perfekt Debussy den südländischen Ton getroffen hatte!

Torsten Rasch stammt aus Dresden und sang dort im Kreuzchor. An der Hochschule "Carl Maria von Weber” studierte er Komposition und Klavier. 1990 ließ er sich in Japan nieder, wo er über 40 Film- und Fernsehmusik-Partituren komponierte. Nach einer ersten Auftragsarbeit für die Dresdner Sinfoniker im Jahr 1999 ("Völuspa - Der Seherin Gesicht" für Erzähler und Orchester) wurde er im Jahr 2002 erneut beauftragt - diesmal für einen Liederzyklus, der auf Texten der Metal-Band "Rammstein" basierte. Dieser Zyklus "Mein Herz brennt” wurde inzwischen mit dem Bass René Pape, der Schauspielerin Katharina Thalbach und den Dresdner Sinfonikern unter John Carewe eingespielt und bekam als beste Weltersteinspielung den Echo-Klassik-Preis 2004. Inzwischen hat Torsten Rasch auch mit den "Pet Shop Boys", dem Cheltenham Festival, dem London Philharmonic Orchestra und der English National Opera zusammengearbeitet. Seine erste Oper "Rotter" wurde 2008 an der Oper Köln uraufgeführt.
Bernd Glemser wurde 1989 zum damals jüngsten Professor Deutschlands berufen. Obwohl er selbst noch beim russischen Pädagogen Vitalji Margulis studierte, musste er als Student der Musikhochschule in Freiburg exmatrikuliert werden, erhielt jedoch den Bescheid, seine noch ausstehenden Examina innerhalb von 2 Jahren ablegen zu dürfen. Eine der wenigen Gelegenheiten, international zu konzertieren – vor allem mit Orchester – findet ein Klavierstudent fast ausschliesslich bei Wettbewerben. So fuhr Bernd Glemser bis 1987 durch die ganze Welt und gewann 17 Wettbewerbe und Spezialpreise in Folge. In China spielte Glemser 1996 als erster Künstler aus dem Westen live im Fernsehen - "natürlich" das 1. Klavierkonzert von Tschaikowsky. Die bisher erschienenen 33 CD-Aufnahmen erhielten fast ausnahmslos Auszeichnungen durch die Fachpresse. Zusätzlich zu seinen vielen Auszeichnungen erfolgte 2003 durch den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes.
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Live aus der Stadthalle Chemnitz

Torsten Rasch
Wouivres – Four pieces for orchestra

Peter Tschaikowsky
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23

ca. 20:50 Uhr Konzertpause mit Nachrichten

Claude Debussy
Images


Bernd Glemser, Klavier
Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz
Leitung: Frank Beermann