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Konzert / Archiv | Beitrag vom 22.02.2015

Live aus dem Konzerthaus Berlin Grenzoffenheit

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Der Pianist Francesco Piemontesi (Marco Borggreve/RSB)
Der Pianist Francesco Piemontesi (Marco Borggreve/RSB)

Sie sind beide Grenzland-erfahren, quasi qua Geburt - Joseph Haydn und Béla Bartók. Ihre Musik verbindet aber noch viel mehr. Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Pianist Francesco Piemontesi und Chefdirigent Marek Janowski zeigen was.

Von Joseph Haydns Heimatort Rohrau sind es nur wenige Kilometer bis in die Slowakei und nach Ungarn. Außerdem stand er die meiste Zeit seines Lebens in Diensten eines ungarischen Fürsten. Béla Bartók fühlte sich nicht nur musikalisch am meisten in den ungarisch geprägten Gebieten Rumäniens zu Hause, in denen er aufgewachsen war.

Das Interesse und die - manchmal augenzwinkernde - Liebe zu anderen Kulturen waren für beide Komponisten selbstverständlich. An diesem Abend steht Béla Bartóks 3. Klavierkonzert im Zentrum. Der italienische Meisterpianist Francesco Piemontesi wird es spielen.

Im September 1945 starb Bartók in New York an Leukämie. Faktisch bis zum letzten Atemzug hat er an der Orchestrierung seines dritten Klavierkonzertes gearbeitet – bis auf 17 Takte gelang es ihm, das Konzert fertigzustellen. Sein Schüler Tibor Serly beendete die Partitur. Bartók hat hier einen Abgesang komponiert – asketisch wirken die Choralimitationen im zweiten Satz, getragen vom Soloklavier, am Schluss den Holzbläsern "übergeben". Das Klavier figuriert die Linien weiter aus. Vogelmotive huschen durch die Musik, die an keiner Stelle wie das Waldweben Richard Wagners oder wie Romantik à la Weber klingen – bei Bartók artikuliert sich die Sehnsucht nach Sonne und Licht in transzendenter Einfachheit.

26 Lebensjahre liegen zwischen den beiden Sinfonien Joseph Haydns, die das dritte Klavierkonzert Bartóks einrahmen. Die g-Moll Sinfonie läßt den Abend eher ernst und streng beginnen und entwickelt sich dann durchaus stürmisch – 1767 hat sie Haydn komponiert. Das Es-Dur-Werk - eine der Londoner Sinfonien - aus dem Jahr 1793 entwickelt sich schließlich eher heiter und gelassen und lässt den Abend versöhnlich ausklingen.

 

Das Programmheft zum Nachlesen

 

Live aus dem Konzerthaus Berlin

 

Joseph Haydn

Sinfonie Nr. 39 g-Moll Hob I:39

 

Béla Bartók

Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3

 

ca. 20.50 Konzertpause, darin:

Stefan Lang im Gespräch mit Heike Kramer, der Generalbevollmächtigten der Stiftung Schloss Neuhardenberg;

Volker Michael im Gespräch mit Peter Sauerbaum, dem künstlerischen Leiter der 50. Musikfesttage an der Oder, die am 27. Februar in Zielona Góra eröffnet werden;

 

Joseph Haydn

Sinfonie Nr. 99 Es-Dur Hob I:99

 

Francesco Piemontesi, Klavier

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Leitung: Marek Janowski

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