Literaturkritiker und Schriftsteller Karl Corino gestorben

    Der Literaturkritiker Karl Corino blickt über Ballustrade in die Kamera.
    Der Literaturkritiker und Musil-Experte Karl Corino ist am 8.9. 2026 in Tübingen gestorben. © Burkhard Riegels, Art-Temtpo
    Der Literaturkritiker und Schriftsteller Karl Corino ist tot. Wie mehrere Medien berichten, starb er am Dienstag im Alter von 83 Jahren in Tübingen. Corino wurde vor allem als Biograph von Robert Musil und als Experte für DDR-Literatur bekannt. Geboren 1942 im fränkischen Ehingen, arbeitete er nach einer Dissertation über Robert Musil ab 1970 als Literaturredakteur des Hessischen Rundfunks. Dort galt Corinos Interesse besonders der ostdeutschen Literatur und ihren Autorinnen und Autoren. Er bereiste dafür häufig die DDR und geriet ins Visier der Staatssicherheit. Nach Angaben der FAZ beklagt ein Bericht aus seiner Stasi-Akte seine ablehnende Haltung gegenüber der DDR, vor allem aber seine Versuche, verfolgten ostdeutschen Autoren eine Stimme im Westen zu geben. Dazu zählten unter anderem Reiner Kunze, Ulrich Plenzdorf, Martin Stade und Wolf Biermann. Corino war Juror beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande. Im nächsten Jahr erscheint im Mitteldeutschen Verlag eine zweibändige Ausgabe von Texten Corinos zur Literaturgeschichte der DDR.