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Fazit / Archiv | Beitrag vom 17.02.2018

Literaturfilme im Wettbewerb der BerlinaleSchriftsteller auf der Leinwand

Jörg Taszman im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

Gaspard Ulliel und Isabelle Huppert in dem Film "Eva", der auf der Berlinale 2018 im Wettbewerb gezeigt wird. (2017 MACASSAR PRODUCTIONS - EUROPACORP - ARTE France CINEMA - NJJ ENTERTAINMENT - SCOPE PICTURES / Guy Ferrandis )
Gaspard Ulliel und Isabelle Huppert in dem Film "Eva", der auf der Berlinale 2018 im Wettbewerb gezeigt wird. (2017 MACASSAR PRODUCTIONS - EUROPACORP - ARTE France CINEMA - NJJ ENTERTAINMENT - SCOPE PICTURES / Guy Ferrandis )

Die Filme auf der diesjährige Berlinale haben auffallend viele Schriftsteller als Protagonisten zu bieten, beispielsweise in "Dovlatov", "Eva" und Christian Petzolds "Transit". Unser Filmkritiker Jörg Taszman hat sich die drei Filme angeschaut.

Alexei German jr.: "Dovlatov" (RUS 2018)  

Leningrad im November 1971. Eine Woche  aus dem Leben eines Schriftstellers, der in der Sowjetunion  nicht gedruckt werden darf. Er lebt mit seiner Mutter in einer Kommunalnaja, einer Gemeinschaftswohnung, ist mehrfach geschieden und versucht immer wieder mit seinen ironischen Texten und Gedichten gedruckt zu werden.

Und so trifft er andere Dichter und Schriftsteller wie Joseph Brodsky, die alle keine Chance haben in der Breschnew Ära anerkannt zu werden. Im Gegenteil der KGB verfolgt sie und wer mit Schwarzmarktgeschäften versucht, etwas Geld zu verdienen dem droht der Knast. Überzeugende Schilderung einer bleiernen Zeit in der Sowjetunion, gut gespielt, aber etwas ereignisarm und mit 126 Minuten etwas zu lang.

Christian Petzold: "Transit" (D/FR 2018) 

Petzold verlegt die Handlung von Anna Seghers "Transit", der in Marseille zur Zeit der deutschen Besatzung spielt in eine nicht näher bestimmte heutige Zeit. Und so werden die Konflikte der deutschen Exilschriftsteller, die verzweifelt versuchen Marseille in Richtung Südamerika zu verlassen etwas blutarm inszeniert.

Es fehlt schlicht die Bedrohung der große Konflikt. Und trotzt guter Darsteller vor allem Paula Beer, Franz Rogowski und Godehard Giese vermag diese etwas unterkühlte Casablanca-Version nicht wirklich emotional zu packen. Interessant misslungen.

Benoit Jacquot: "Eva"  (FRA 2018)  

Leider völlig zusammengeschusterte Geschichte um einen Callboy, der bei einem britischen Schriftsteller der in seiner Badewanne stirbt, ein Manuskript abstaubt. Ein Jahr später ist er der neue Literaturstar mit schöner Freundin. Aber ein Nachfolgestück muss her. Als Bertrand dann die Edelprostituierte Eva kennen lernt, versucht er aus seiner Begegnung mit ihr ein neues Stück zu schreiben. Mit dramatischen Folgen.

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