Seit 19:05 Uhr Oper

Samstag, 20.07.2019
 
Seit 19:05 Uhr Oper

Studio 9 | Beitrag vom 20.06.2019

Lionel Richie wird 70"Ich war der schüchternste Junge auf der Welt"

Von Marcus Schuler

Beitrag hören Podcast abonnieren
Lionel Richie in weißem Anzug auf der Bühne. (imago images / PA Images / David Jensen)
Als er jung war, dachte Lionel Richie darüber nach, Priester zu werden. Doch dann entschied er sich für eine Karriere als Musiker. (imago images / PA Images / David Jensen)

Lionel Richie hat in seiner Karriere beinahe 100 Millionen Alben verkauft und sogar einen Oscar gewonnen. Viele seiner Songs sind Klassiker geworden. Und auch mit 70 Jahren denkt der R&B-Sänger noch nicht an die Rente.

Ein Interview mit Lionel Richie ist immer für eine Geschichte gut. So wie er vor ein paar Jahren im ARD-Radio-Interview erzählte, wie einer seiner größten Welthits entstanden ist: "Hello".

"Ich war der schüchternste Junge auf der Welt. Ich konnte nicht Football spielen, für Basketball war ich zu klein, fürs Laufen zu langsam. Wenn also immer ein hübsches Mädchen an mir vorbeilief, dachte ich ‚Hallo, suchst Du zufälligerweise mich?‘ Ich hab das natürlich nicht laut gesagt, weil sie mit dem Jungen zusammen war, der Ball spielte. Der Song ist also aus den Augen des schüchternsten Menschen der Welt entstanden."

Fabelhafte Schnulzensongs

"Hello" ist nur einer von vielen Hits aus der Feder des heute 70-Jährigen. Viele seiner Songs sind längst Klassiker und laufen nach wie vor im Radio Markenzeichen von Richie sind aber nicht nur seine fabelhaften Schnulzensongs, passend dazu hat er auch sein Äußeres vervollkomment: schwarze, pomadig aussehende Kräusellöckchen und dazu ein schmaler Schnurrbart.

Geboren wird Richie 1949 im tiefsten Süden der USA. In Tuskegee einem Städtchen mit 12.000 Einwohnern:

"Es ist eine interessante Kleinstadt. Sie ist auf dem Land aber sie ist auch ein Uni-Campus. Stell dir vor - umgeben von sämtlichen Kuhweiden Alabamas - und da gibt es diese Universität, auf dessen Campus ich geboren und aufgewachsen bin."

Lionel Richie bekommt 1986 den Oscar. (imago images / Cinema Publishers Collection / JRC Photo Library)Für seinen Song "Say You, Say Me" aus dem Film "White Nights - Die Nacht der Entscheidung" gewann Lionel Richie 1986 den Oscar. (imago images / Cinema Publishers Collection / JRC Photo Library)

Seine musikalische Karriere beginnt er 1968 als Sänger und Saxophonist bei der Soul-Band Commodores. Eine Zeitlang überlegt Richie, ob er nicht Priester werden will, schließlich entscheidet er sich dann aber doch für die Unterhaltungsindustrie.

Sein Verhältnis mit den Commodores zerbricht 1982 an seinem Erfolg. Er macht solo weiter und feiert große Erfolge. Vier Grammys und einen Oscar bekommt er für den Song "Say you Say" aus dem Film "White Nights – die Nacht der Entscheidung. 

Er denkt nicht ans Aufhören 

Auch wenn er Liebe und Herz und Schmerz so häufig besingt, privat verläuft sein Liebesleben eher holprig. 1993, nach fast 18 Jahren Ehe, erfolgt die Scheidung von seiner College-Freundin Brenay Harvey. Kurz darauf heiratet Richie seine Geliebte Diane Alexander. Mit ihr hat er zwei Kinder. Gut zehn Jahre später zerbricht auch diese Ehe.

Heute ist Richie stolzer zweifacher Großvater, die Enkel stammen von Adoptivtochter Nicole. Und nach wie vor geht er auf Tour und macht Musik. Außerdem sitzt er in der Jury von "American Idol". 

Mehr zum Thema

1968 und die Popmusik - Der Sound der Revolte
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 23.07.2018)

Bill Withers wird 80 - Der Mann mit dem unwiderstehlichen Groove
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 04.07.2018)

50 Jahre Led Zeppelin - Rockistische Sexmusik
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 28.02.2019)

Interview

weitere Beiträge

Frühkritik

Ivy Pochoda: "Wonder Valley"Nackt auf dem Highway
Die Abbildung zeigt das Cover des Buches Wonder Valley. (Deutschlandradio / Ars vivendi)

Ein nackter Mann joggt durch den Berufsverkehr von L.A. – die Medien lassen nicht lange auf sich warten. Und auch ein Anwalt folgt dem Mann spontan. "Wonder Valley" erzählt von Menschen, die auf der Flucht sind – vor ihrem Leben und vor sich selbst. Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur