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Konzert / Archiv | Beitrag vom 02.02.2021

Lieder von Lipatti, Enescu und DinescuRumänische Wurzeln

Moderation: Stefan Lang

Zeitgenössische Aufnahme des rumänischen Pianisten und Komponisten Dino Lipatti, der mit nach hinten gegeltem Haar in die Kamera lächelt. (picture-alliance/ dpa / Keystone Photopress)
Dino Lipatti hatte einen musikalischen Taufpaten: George Enescu. (picture-alliance/ dpa / Keystone Photopress)

Der Pianist Dinu Lipatti hat Legendenstatus. Er stammte wie George Enescu und Violeta Dinescu aus Rumänien. Doch ihre Wege führten sie alle außer Landes, um ihre Musik zu entwickeln und zu arbeiten. Aus ihrem Oeuvre stellen wir Liederzyklen vor.

Dinu Lipatti, 1917-1950, galt als begnadeter Pianist. Herbert von Karajan schwärmte - seine Aufnahmen gelten als legendär. Dieser pianistische Ruf überdeckt zu oft, dass er auch ein wichtiger Komponist seiner Zeit war. Seine wichtigen kompositorischen Ausbildungsmomente erhielt er in Paris, wo er 1941 die Gesangszyklen "Quatre Mélodies" und "Cinq Chansons de Verlaine" voller Farbenreichtum komponierte.

Geiger und Komponist

Im Anschluss erklingen Lieder von George Enescu, der als Geiger erste Aufmerksamkeit auf sich zog. In Paris studierte er schließlich Komposition. Maurice Ravel war dabei ein wichtiger Mitschüler in seiner Klasse.

Auf einer vergilbten Fotografie ist ein junger Mann in Abendkleidung beim Violinspiel zu sehen. (IMAGO / Collection KHARBINE-TAPABOR)George Enescu 1910 mit seiner Violine. (IMAGO / Collection KHARBINE-TAPABOR)

Seine im Programm vorgestellten Lieder sind ganz im Geschmack der Zeit komponiert - voller impressionistischen Flimmerns. Immer wieder zog es Enescu nach Rumänien zurück, wo er einen Preis und ein Orchester mit seinem Namen begründete.  

Hommage an rumänische Kollegen

Wie eine große Klammer um diese Namen komponierte Violeta Dinescu das letzte Werk des Programms: "Mein Auge ist zu den sieben Sphären zurückgekehrt" - eine Hommage a Lipatti, eine Gesangsszene nach Dantes Göttlicher Komödie. Besonders der Zauber des besonderen Anschlages des Pianisten solle sich widerspiegeln.

Gleichzeigt gedachte sie auch dem Komponisten Enescu. Im Besonderen hatte sie sein Carillon nocturne von 1916 im Visier. Sie griff daraus unter anderem Akkordverbindungen auf. Im Laufe der Sendung erläutert die Komponistin ihr Werk näher.

Aufzeichnung vom 6. Dezember 2020 im Sendesaal Bremen

Dinu Lipatti
Quatre Mélodies
Cinq Chansons de Verlaine, op. 9

George Enescu
Sept Chansons de Clément Marot, op. 15

Violeta Dinescu
"Mein Auge ist zu allen sieben Sphären zurückgekehrt"

Markus Schäfer, Tenor
Mihai Ungureanu, Klavier

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