Letzer Intendant des RIAS: Helmut Drück mit 94 Jahren gestorben

    Feier zur Gründung von Deutschlandradio am 9. Februar 1994 im Rathaus Schöneberg
    Der ehemalige RIAS-Intendant Helmut Drück ist tot. © Deutschlandradio / Steffen Jänicke
    Helmut Drück war der letzte Intendant des RIAS, also des Rundfunks im amerikanischen Sektor in Berlin. Jetzt ist der Jurist im Alter von 94 Jahren gestorben, wie seine Familie mitteilte. Drück war zunächst ab 1965 lange Zeit beim WDR tätig, unter anderem als Leiter der Intendanz und als stellvertretender Fernsehprogrammdirektor. Im Oktober 1989 wurde er zum Intendanten von RIAS Berlin berufen. Der Sender war 1946 von der US-Militärverwaltung eingerichtet worden. Als „eine freie Stimme der freien Welt“ strahlte er weit über Westberlin hinaus in die DDR und bot dort unzensierte Informationen in einem System, in dem die Medien stark kontrolliert wurden. Im Umfeld der deutschen Einigung wurde die Rundfunklandschaft neu geordnet: 1993 stellte RIAS seine Sendungen ein; seine Frequenzen wurden an die Deutsche Welle und das Deutschlandradio übertragen. Damit blieb das Erbe des Senders im öffentlich-rechtlichen Rundfunk erhalten.