Muss Deutschland wehrhafter werden – oder sind wir auf dem Weg in die Militarisierung? Und was bedeutet die ausgerufene Zeitenwende für die Generation Wehrpflicht? Darüber diskutieren die Bundeswehr-Offizierin Wiebke Hönicke und die Kulturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Mithu Sanyal.
Für Mithu Sanyal ist klar: eine Welt ohne Gewalt sei kein fernes Ideal, sondern die drängendste heutige Aufgabe. Gewaltkritik und Friedenspolitik dürften nicht als naiv, lächerlich oder verantwortungslos gelten: Wenn Pazifismus nur etwas für Friedenszeiten sei, „ja, dann brauchen wir ihn auch nicht“. In ihren Büchern beschäftigt sich Sanyal mit Identitäts- und Gerechtigkeitsdebatten, und sie hat mit den Romanen „Identitti“ und „Antichristie“ mehrere Bestseller verfasst. Sie wendet sich gegen eine „allgemeine Kriegsrhetorik“ und warnt vor einer „Militarisierung der Gegenwart“.
Wiebke Hönicke hat 2012 direkt nach dem Abitur die Offiziers-Laufbahn eingeschlagen und sich für 14 Jahre verpflichtet. Sie hält eine ehrliche und gerechte Debatte über den Wehrdienst und gesellschaftliche Resilienz für nötig und wirbt für einen „kollektiven Willen zur Selbstbehauptung“. Hönicke berichtet (auch in dem von ihr co-gehosteten Podcast „Buschfunk“) von ihren Erfahrungen bei der Bundeswehr und von mehreren Auslandseinsätzen. Sie sagt: Um Freiheit zu verteidigen, müsse man kämpfen können – um im besten Falle nicht kämpfen zu müssen.
Auf dem Podium:
- Wiebke Hönicke: „Kämpfen können, um nicht kämpfen zu müssen. Warum unsere Freiheit gemeinsame Verteidigung braucht“, Rowohlt 2026
- Mithu Sanyal: „Nein. Gegen die Militarisierung der Gegenwart“, Hanser 2026
- Moderation: Christian Rabhansl, Deutschlandfunk Kultur
Tickets: 8, – Euro
Nähere Informationen zur Veranstaltung im Grillo-Theater Essen erhalten Sie
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Sendung:
Samstag, 26. September 2026, 11.05 Uhr, „Lesart“, Deutschlandfunk Kultur