Dem Bundesverfassungsgericht vertrauen mehr Menschen als der Regierung. Es gilt als Instanz, die die Grundrechte und die Demokratie bewahrt, und auch in gesellschaftlichen Streitfragen richtet sich oft ein sehnsüchtiger Blick nach Karlsruhe. Spätestens mit der gescheiterten Richterwahl im Sommer 2025 ist aber klar, dass auch das Gericht selbst politisiert werden kann.
Susanne Baer war zwölf Jahre lang Richterin am Bundesverfassungsgericht. Sie erklärt, wie das Gericht funktioniert, wie es auch bei großen Kontroversen einen Konsens sucht, und warum wir es schützen müssen. Alexander Thiele ist Professor für Staatstheorie und Öffentliches Recht an der BSP Business and Law School in Berlin. Er kritisiert, dass Karlsruhe den Raum für politische Gestaltung manchmal zu stark verenge, und fordert, wieder mehr Politik zu wagen und seltener das Bundesverfassungsgericht anzurufen.
Auf dem Podium:
- Susanne Baer. Rote Linien. Wie das Bundesverfassungsgericht die Demokratie schützt. Herder, 2025
- Alexander Thiele. Machtfaktor Karlsruhe. Das Bundesverfassungsgericht im System des Grundgesetzes. Campus, 2025
- Jens Dirksen. Chefreporter Kultur der WAZ
- Moderation: Christian Rabhansl, Deutschlandfunk Kultur
Tickets: 8, – Euro
Nähere Informationen zur Veranstaltung im Grillo-Theater Essen erhalten Sie
hier.
Sendung:
Samstag, 25. Oktober 2025, 11.05 Uhr, „Lesart“, Deutschlandfunk Kultur