Seit 01:05 Uhr Tonart

Freitag, 10.07.2020
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Rang I | Beitrag vom 28.05.2016

Leopold von Verschuer über Valère NovarinaDie Lust, den roten Faden zu verlieren

Leopold von Verschuer im Gespräch mit André Mumot

Podcast abonnieren
 Hörspiel: "Das Tier der Zeit", Produktion Deutschlandradio Kultur 2016Abgebildet: Leopold von Verschuer, Valére Novarina (v.lks.) (Deutschlandradio / Sandro Most)
Abgebildet: Leopold von Verschuer, Valére Novarina (v.lks.) (Deutschlandradio / Sandro Most)

Leopold von Verschuer hat sich einer Herausforderung gestellt: Eine Hörspielfassung von Valère Novarinas "Die Rede an die Tiere". Er sagt, Novarinas Hörer müssten vor allem die Bereitschaft haben, den roten Faden zu verlieren. Keine leichte Aufgabe!

Der große Film-, Theater- und Opernregisseur Patrice Chéreau nannte ihn den bedeutendsten lebenden Theaterautoren Frankreichs: Valère Novarina. Ein Schriftsteller, der lange, schwierige, sprachverliebte Texte schreibt, aber auch malt, zeichnet und inszeniert. In seinem Heimatland hoch geschätzt, ist er in Deutschland nahezu unbekannt.

Sein Durchbruchtext erschien vor genau dreißig Jahren: "Die Rede an die Tiere". Grund genug für Deutschlandradio Kultur, eine Hörspielbearbeitung mit Jens Harzer als alleinigem Darsteller zu wagen. Übersetzt und inszeniert hat den verwinkelten Monolog Leopold von Verschuer, der sich seit langem für die Arbeiten von Valère Novarina einsetzt - als Darsteller und Regisseur.

Im Gespräch mit André Mumot spricht er über die besonderen Stärken des Autors: "Der Gegenstand dieses Schreibens ist die Sprache - die Sprache jenseits dessen, was man als Informationsvermittlung, als Transportmittel für Inhalte versteht. So sagt Novarina: "Unser Fleisch ist eigentlich die Sprache, das, was uns als Menschen unterscheidet vom Tier." Für den Theaterzuschauer wie für den Hörer keine leichte Aufgabe, wie von Verschuer unterstreicht: "Ich glaube, dass man bei ihm zwar immer wieder einen roten Faden finden kann, aber vor allem immer wieder verliert. Und wenn man diese Bereitschaft nicht hat, den roten Faden zu verlieren, dann ist man wahrscheinlich auch selbst verloren." Zugleich bekräftigt er, er wolle "diesen Virus weiter ins deutsche Theater setzen."

Mehr zum Thema

Ursendung - Und sie sprechen doch - Das Tier der Zeit
(Deutschlandradio Kultur, Hörspiel, 29.05.2016)

Sprache als Urkraft des Theaters
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 06.01.2011)

Tiefsinnige melodische Texte
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 05.01.2011)

Spaß am Sprachnonsens
(Deutschlandradio Kultur, Fazit, 09.07.2007)

Der Theaterpodcast

Folge 25Zurück aus dem Netz: Theater unter Corona-Auflagen
Stadion der Weltjugend (Schauspiel Stuttgart / Conny Mirbach)

In einigen Bundesländern dürfen die Theater wieder öffnen – unter strengsten Auflagen. Wie kann das aussehen: Live-Theater unter Corona-Bedingungen? Darüber sprechen wir mit der Theaterkritikerin Cornelia Fiedler und dem Schauspieler Martin Wuttke.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

„My Little Pony“-MemesBunte Pferdchen von Rechts
Zeichentrickszene: Neben einem blauen Pony sitzt ein blondes Mädchen. Im Hintergrund ist ein Regenbogen. (picture alliance/dpa/Mary Evans Picture Library/Ronald Grant Archive/Hasbro Industries/Sunbow Productions)

Ponys mit Kulleraugen, die Mädchen ansprechen sollen – das war die Idee für die Zeichentrickserie „My Little Pony“. In den 80ern wurde sie vom einem US-Unternehmen in Auftrag gegeben, mittlerweile wird sie auch für Nazi-Memes im Internet genutzt.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur