Lehren aus Hochwasserkatastrophe

    Warnungen mit Handlungsanweisungen verknüpfen

    06:15 Minuten
    Zwei Männer mit Warnkleidung stehen auf einer unterspülten Straße.
    Gibt es genügend Freiflächen? Zur Vorsorge gegen Hochwasser ist dies eine wichtige Frage. © picture alliance / dpa / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt
    Lothar Schrott im Gespräch mit Axel Rahmlow · 22.07.2021
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    Die Vorsorge bei Katastrophen ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Dazu gehöre neben einem Frühwarnsystem auch ein Bewusstsein über Risiken, sagt der Geografieprofessor Lothar Schrott.
    Nach dem Hochwasser in vielen Teilen Deutschlands stellt sich die Frage, wie man sich auf kommende Katastrophen besser vorbereiten kann. An der Universität Bonn gibt es dazu den Masterstudiengang "Katastrophenvorsorge und -management". Dieser wird Lothar Schrott, Professor für Geografie, geleitet. Zu ihm kämen Fach- und Führungskräfte, von Landrätinnen und Landräten bis hin zu Notfallmedizinerinnen und -medizinern, erläutert Schrott. Sie wollten das System, in dem sie bereits handelten, besser verstehen.

    Weitergabe von Warnungen

    Ein wichtiger Bereich seien die Frühwarnsysteme, erklärt der Geograf. Dabei gehe es um die Weitergabe von Warnungen an die betreffenden Personen und Institutionen. "Diese Weitergabe von Warnungen muss verständlich, eindeutig und konsistent sein", erläutert Schrott. "Fragen der Risikokommunikation spielen hier eine wesentliche Rolle."
    Bei dem derzeitigen Frühwarnsystem müsse man besser werden, sagt Schrott. So müssten beispielsweise Warnungen mit konkreten Handlungsanweisungen verknüpft werden. Dies sei in der vergangenen Woche deutlich geworden, denn viele Bürger hätten nicht gewusst, was sie wann hätten machen sollen.

    Bessere Raumnutzung

    Außerdem müsse "eine Risikokultur und ein stärkeres Bewusstsein" entwickelt werden, urteilt der Fachmann. Dies könne bereits in den Kitas und Schulen durch Üben gelernt und verankert werden. Dabei könne von anderen Ländern, die stark von Naturkatastrophen betroffen und bedroht sind, gelernt werden.
    Ein anderer Punkt, der bei der Vorsorge gegen Hochwassern eine wichtige Rolle spiele, seien die Landnutzung und Raumplanung. ES gehe etwa darum, ob es genügend Freiflächen gebe, erläutert Schrott. Dazu gebe es zwar oft bereits Konzepte, doch müsse nun geprüft werden, wie diese umgesetzt werden – und gegebenenfalls nachgebessert werden.
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