Lebensmittelverschwendung

    Verbraucher und Handel sind gefordert

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    Bei einer Protestaktion der Klimaliste Berlin gegen Lebensmittelverschwendung, steht ein kleiner Lkw, der Müllsäcke geladen hat, vor dem Brandenburger Tor.
    Mit Protestaktionen wird immer wieder angeprangert, wie viele Lebensmittel unnötig im Müll landen. © picture alliance /dpa / Christophe Gateau
    Felicitas Schneider im Gespräch mit Stephan Karkowsky  · 29.09.2021
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    Am internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung beklagt die Expertin Felicitas Schneider die mangelnde Wertschätzung seitens der Verbraucher. Der Preis sei zu günstig und in der Familie werde der richtige Umgang nicht mehr gelernt.
    Angesichts der globalen Lebensmittelverschwendung müssten gemeinsame Lösungen gefunden werden, sagt Felicitas Schneider, Leiterin des Bereichs Lebensmittelverluste und -abfälle International am Thünen-Institut in Braunschweig.

    Unkenntnis bei Umgang mit Lebensmitteln

    Zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen jedes Jahr allein in Deutschland auf dem Müll. Sie seien in der Bundesrepublik eben auch vergleichsweise günstig, sagt Schneider anlässlich des Internationalen Tags gegen Lebensmittelverschwendung. "Dadurch ist die Wertschätzung auch nicht so ausgeprägt."
    Es gebe auch einen Mangel an Kompetenzen und Fähigkeiten, wie mit Lebensmitteln umgegangen werde. "Was kann ich daraus kochen?" oder "Wie lagere ich es richtig?" – da fehle bei vielen das Wissen. Auch mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum würden sich viele Kunden nicht auskennen.

    Nicht hungrig einkaufen gehen

    Den Weg in den Abfall finden vor allem Obst und Gemüse, die nicht lange haltbar sind, sagt Schneider. Aber auch gekochte Speisen sowie Milchprodukte, Brot und Gebäck werden in Haushalten oft weggeworfen.
    "Natürlich sollte man nicht hungrig einkaufen gehen", hält die Expertin einen ganzen praktischen Tipp bereit. Wer ein Brot kauft, kann auch die Hälfte zunächst einfrieren oder mehr Lebensmittel mit anderen teilen, rät sie.
    Schuld sei aber auch der Handel, der Kunden dazu verleite, mehr zu kaufen.

    Fehlendes Haushaltswissen

    Haushaltswirtschaftliches Wissen werde in der Familie nicht mehr so weitergegeben. Schneider hofft deshalb darauf, dass in den Schulen und in der Erwachsenenbildung mehr Informationen angeboten werden. Auch bewusstseinsbildende Kampagnen seien wichtig, um beispielsweise zu lernen, was man aus Resten noch kochen kann.

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