Seit 23:05 Uhr Fazit

Donnerstag, 28.05.2020
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 05.10.2018

László Krasznahorkai"Nur Gott darf Punkte setzen"

Von Paul Stänner

Podcast abonnieren
Der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai bei einer Lesung in Zagreb (Imago / Davorx Visnjic)
Der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai bei einer Lesung in Zagreb (Imago / Davorx Visnjic)

Der Ungar László Krasznahorkai, der bereits den Man Booker Prize gewann, schreibt Romane von großer Intensität und Schönheit. Sein Markenzeichen sind Sätze ohne Punkt, aber mit Komma - mit vielen Kommata.

Der ungarische, vielfach preisgekrönte Schriftsteller László Krasznahorkai lebt in Berlin und mag keine Punkte am Satzende. Es soll von ihm sogar den Satz geben: "Nur Gott darf Punkte setzen."

Also setzt er Kommata. Schier endlos sind seine Perioden, jede Aussage wird umspielt von Einschränkungen, Rückversicherungen, Nebenlinien, Kommentaren verbunden, aber nicht gegliedert, durch Kommata.

Seine Bücher − Rezensenten fühlen sich an Franz Kafka und Herman Melville erinnert − beschreiben düstere Bedrohungsszenarien mit einsamen Sonderlingen. In diesen Romanen von großer Intensität und Schönheit blitzt zudem manchmal böser, manchmal skurriler Humor auf. So auch in seinem neuen Roman "Baron Wenckheims Rückkehr".

Mehr zum Thema:

László Krasznahorkai - Neue Erzählungen: "Die Welt voran"
(Deutschlandfunk, Büchermarkt, 20.5.2016)

Auszeichnung - László Krasznahorkai erhält Man Booker International Prize
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 19.5.2015)

Zeitfragen

ADHS bei ErwachsenenWenn der Kopf ein Rummelplatz ist
Unscharfe Silhouetten eines Karussels verschwimmen mit den Umrissen der mitfahrenden Menschen. (Eyeem/ Rick Engdahl)

Das Gefühl von Getriebensein, nicht abschalten können, fehlende Impulskontrolle: Nicht nur bei Kindern sind das mögliche Anzeichen von AD(H)S. Auch 2 Millionen Erwachsene sind betroffen - oft ohne es zu wissen, schätzt das Portal "adhs-deutschland".Mehr

GeschlechterklischeesComeback der Mädchenstimme?
Eine Frau hält sich mit verschwischtem Makeup ein Smileymund vor das Gesicht. (Unsplash/ Sidney Sims)

Männerstimme = tief, Frauenstimme = hoch. Das war einmal. In den letzten 50 Jahren haben sich die Stimmen von Frauen und Männern angenähert. Außer in der Werbung oder bei Instagram: Dort feiern akustische Stereotype ein fröhliches Revival.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur