Land ohne Landesbank
Dass es auch ohne Landesbank geht, musste das stolze Sachsen über ein Jahr lang erfahren. Und irgendwie hat man den Eindruck, fürs Image war sie gut, aber der Laden läuft auch ohne sie.
Sachsen ohne Landesbank – hat das Folgen für die Wirtschaft im Freistaat? Thomas Ott von der Industrie- und Handelskammer Dresden runzelt die Stirn und sagt:
"Also der Verkauf der Sachen LB hat jetzt keinerlei Auswirkungen auf die Unternehmer in Sachsen, im Prinzip ist es ja auch so, das sich nur ein Eigentümerwechsel ereignet hat, aber was das reine Finanzierungsgeschäft betrifft, haben wir von Unternehmerseite noch keine Auswirkung gemerkt. Also in erster Linie ist es mal ein guter Schachzug für den Freistaat gewesen, um sich der Probleme zu entledigen, die da möglicherweise auf die Staatskasse, auf uns alle zugekommen ist."
Dieser Schluss ist naheliegend, denn seit dem Blitzverkauf der sächsischen Landesbank an die Baden-Württembergische Landesbank im Dezember 2007 hat sich die Lage auf dem internationalen Finanzmarkt deutlich verschlechtert. Der Freistaat Sachsen trägt jedoch keinerlei unternehmensrechtliche Verantwortung mehr für die neue Sachsenbank, die nun als unselbständige Einrichtung unter der Flagge der LBBW am Markt agiert. Der Standort Leipzig wurde erhalten, ebenso wie die rund 340 Arbeitsplätze.
Die milliardenschweren Risiken der untergegangenen Landesbank Sachsen wurden ausgegliedert und in einer speziellen Zweckgesellschaft zusammengefasst. Der Freistaat Sachsen haftet weiterhin für mögliche Verluste mit einer Bürgschaft in Höhe von 2,75 Mrd. Euro. Das alles zum Wohle der neuen Sachsenbank, deren Vorstandsvorsitzender Harald Pfab, froh ist, ohne alte Bürden an den Start gehen zu können:
"Die alten Risiken der Sachsen LB sind komplett ausgegliedert, wir haben uns von der Sachsenbank aus ausschließlich um das neue Kundengeschäft zu kümmern. Die Risiken sind entweder bei der LBBW direkt oder sie sind in einem Spezialvehikel wo der Freistaat Sachsen erstrangig haftet, wo die LBBW zweitrangig und die übrigen Landesbanken drittrangig haften. Es hat mit unserem operativen Geschäft nichts mehr zu tun."
Vielleicht ist es deshalb so ruhig geworden um den Verkauf der Bank, wenn man mal absieht von den regelmäßigen Meldungen aus dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der seit Monaten in mühevoller Kleinarbeit herauszufinden versucht, wer eigentlich versagt hat, bei der Kontrolle der einst so stolzen Landesbank. Ob das überhaupt zu klären sein wird, ist ungewiss. Sicher ist, dass Sachsen in diesem Jahr erstmalig damit rechnen muss, für Ausfälle bei Wertpapiergeschäften der ehemaligen Landesbank gerade stehen zu müssen. Von Verlusten im zweistelligen Millionenbereich ist die Rede. Wie viel genau, ist nicht zu erfahren.
Derweil hat am Sitz der untergegangenen Sachsen LB in Leipzig die neue Sachsenbank unter dem Dach der Landesbank Baden-Württemberg ihre Arbeit aufgenommen. Hier in Leipzig soll ein "Kompetenzzentrum Osteuropa" entstehen
"Es gibt eine große Expertise hier in Leipzig für Osteuropa, auch Russland, wir haben sehr viele Mitarbeiter auch mit russischen Sprachkenntnissen, das ist der eine Teil da wollen wir von Leipzig aus für den gesamten LBBW-Konzern das Kompetenzzentrum Osteuropa bilden. Andererseits wollen wir auch in das direkte Kundengeschäft in Osteuropa, die ersten beiden Länder, die wir hier angehen, sind Polen und Tschechien, und in Tschechien haben wir eine erste Bank übernommen, die wird auch von Leipzig aus gesteuert."
Anders als in der Schlussphase der Sachsen LB, die über Zweckgesellschaften in hochrisikoreichen Anlagegeschäften auf dem internationalen Finanzmarkt mitmischte und sich dort letztlich verhoben hat, will die Sachsenbank nun den Mittelstand umwerben, nicht nur in Sachsen, sondern in ganz Mitteldeutschland. Beratungskapazitäten im Bereich des Mittelstandsgeschäfts sollen verdoppelt und auch das private Banking deutlich ausgebaut werden. Von diesem Vorhaben spüre man bei der Industrie- und Handelskammer Dresden noch nicht viel, sagt Thomas Ott:
"Sicherlich muss das Geschäft jetzt neu aufgebaut werden, aber gerade wenn wir jetzt Förderanträge beurteilen ist uns jetzt noch nicht aufgefallen, dass die Sachsenbank dort vermehrt aufgetreten ist, als finanzierendes oder co-finanzierendes Kreditinstitut."
Der Verlust der alten Sachsen LB sei gleichfalls kaum spürbar gewesen für den Mittelstand, meint Ott. Das Konzept der neuen Sachsenbank sei viel versprechend, sagt er und hofft:
"Erstmal Mut, Mut Kredite zu vergeben, Mut Konzepte zu begleiten, offen sein für neue Ideen, einerseits, andererseits aber auch Branchen, die immer schlecht beleumundet sind, beim Handel angefangen, touristische Bereiche, also da könnte sich die Bank sicher gut profilieren und auch ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld aufbauen."
"Also der Verkauf der Sachen LB hat jetzt keinerlei Auswirkungen auf die Unternehmer in Sachsen, im Prinzip ist es ja auch so, das sich nur ein Eigentümerwechsel ereignet hat, aber was das reine Finanzierungsgeschäft betrifft, haben wir von Unternehmerseite noch keine Auswirkung gemerkt. Also in erster Linie ist es mal ein guter Schachzug für den Freistaat gewesen, um sich der Probleme zu entledigen, die da möglicherweise auf die Staatskasse, auf uns alle zugekommen ist."
Dieser Schluss ist naheliegend, denn seit dem Blitzverkauf der sächsischen Landesbank an die Baden-Württembergische Landesbank im Dezember 2007 hat sich die Lage auf dem internationalen Finanzmarkt deutlich verschlechtert. Der Freistaat Sachsen trägt jedoch keinerlei unternehmensrechtliche Verantwortung mehr für die neue Sachsenbank, die nun als unselbständige Einrichtung unter der Flagge der LBBW am Markt agiert. Der Standort Leipzig wurde erhalten, ebenso wie die rund 340 Arbeitsplätze.
Die milliardenschweren Risiken der untergegangenen Landesbank Sachsen wurden ausgegliedert und in einer speziellen Zweckgesellschaft zusammengefasst. Der Freistaat Sachsen haftet weiterhin für mögliche Verluste mit einer Bürgschaft in Höhe von 2,75 Mrd. Euro. Das alles zum Wohle der neuen Sachsenbank, deren Vorstandsvorsitzender Harald Pfab, froh ist, ohne alte Bürden an den Start gehen zu können:
"Die alten Risiken der Sachsen LB sind komplett ausgegliedert, wir haben uns von der Sachsenbank aus ausschließlich um das neue Kundengeschäft zu kümmern. Die Risiken sind entweder bei der LBBW direkt oder sie sind in einem Spezialvehikel wo der Freistaat Sachsen erstrangig haftet, wo die LBBW zweitrangig und die übrigen Landesbanken drittrangig haften. Es hat mit unserem operativen Geschäft nichts mehr zu tun."
Vielleicht ist es deshalb so ruhig geworden um den Verkauf der Bank, wenn man mal absieht von den regelmäßigen Meldungen aus dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss, der seit Monaten in mühevoller Kleinarbeit herauszufinden versucht, wer eigentlich versagt hat, bei der Kontrolle der einst so stolzen Landesbank. Ob das überhaupt zu klären sein wird, ist ungewiss. Sicher ist, dass Sachsen in diesem Jahr erstmalig damit rechnen muss, für Ausfälle bei Wertpapiergeschäften der ehemaligen Landesbank gerade stehen zu müssen. Von Verlusten im zweistelligen Millionenbereich ist die Rede. Wie viel genau, ist nicht zu erfahren.
Derweil hat am Sitz der untergegangenen Sachsen LB in Leipzig die neue Sachsenbank unter dem Dach der Landesbank Baden-Württemberg ihre Arbeit aufgenommen. Hier in Leipzig soll ein "Kompetenzzentrum Osteuropa" entstehen
"Es gibt eine große Expertise hier in Leipzig für Osteuropa, auch Russland, wir haben sehr viele Mitarbeiter auch mit russischen Sprachkenntnissen, das ist der eine Teil da wollen wir von Leipzig aus für den gesamten LBBW-Konzern das Kompetenzzentrum Osteuropa bilden. Andererseits wollen wir auch in das direkte Kundengeschäft in Osteuropa, die ersten beiden Länder, die wir hier angehen, sind Polen und Tschechien, und in Tschechien haben wir eine erste Bank übernommen, die wird auch von Leipzig aus gesteuert."
Anders als in der Schlussphase der Sachsen LB, die über Zweckgesellschaften in hochrisikoreichen Anlagegeschäften auf dem internationalen Finanzmarkt mitmischte und sich dort letztlich verhoben hat, will die Sachsenbank nun den Mittelstand umwerben, nicht nur in Sachsen, sondern in ganz Mitteldeutschland. Beratungskapazitäten im Bereich des Mittelstandsgeschäfts sollen verdoppelt und auch das private Banking deutlich ausgebaut werden. Von diesem Vorhaben spüre man bei der Industrie- und Handelskammer Dresden noch nicht viel, sagt Thomas Ott:
"Sicherlich muss das Geschäft jetzt neu aufgebaut werden, aber gerade wenn wir jetzt Förderanträge beurteilen ist uns jetzt noch nicht aufgefallen, dass die Sachsenbank dort vermehrt aufgetreten ist, als finanzierendes oder co-finanzierendes Kreditinstitut."
Der Verlust der alten Sachsen LB sei gleichfalls kaum spürbar gewesen für den Mittelstand, meint Ott. Das Konzept der neuen Sachsenbank sei viel versprechend, sagt er und hofft:
"Erstmal Mut, Mut Kredite zu vergeben, Mut Konzepte zu begleiten, offen sein für neue Ideen, einerseits, andererseits aber auch Branchen, die immer schlecht beleumundet sind, beim Handel angefangen, touristische Bereiche, also da könnte sich die Bank sicher gut profilieren und auch ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld aufbauen."
