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Konzert / Archiv | Beitrag vom 24.01.2017

Lahav Shani beim RSBGanz vorn und mittendrin

Aufzeichnung aus der Philharmonie Berlin

Der Pianist und Dirigent Lahav Shani (Peter Eberts/Yossi Zwecker/RSB)
Der Pianist und Dirigent Lahav Shani (Peter Eberts/Yossi Zwecker/RSB)

Doppelt begabt ist Lahav Shani. Der junge Israeli spielt Klavier und dirigiert, auch an diesem Abend beim RSB. Er übernimmt den Solopart in Schostakowitschs 2. Konzert und er leitet das Orchester in Dukas' "Zauberlehrling" und Strawinskys "Feuervogel".

Bei Lahav Shani muss man einfach das Geburtsdatum anfügen, weil man gar nicht glauben kann, dass ein Endzwanziger – geboren 1989 in Tel Aviv – schon so weit gekommen ist, als Pianist und Dirigent. Kritik und Fachwelt feiern ihn einhellig – er ist einer der potentiellen Star-Nachwuchsdirigenten, das RSB hat ihn nach dem erfolgreichen Konzert 2015 gleich wieder eingeladen. Seit seinem Erfolg beim Gustav-Mahler-Wettbewerb der Bamberger Symphoniker wird der junge Mann umworben. Trotz seiner Jugend wirkt er sehr erfahren. ,‚Man erwartet von mir genau das, was man von einem älteren Dirigenten erwartet. Nämlich, dass ich total 100 Prozent vorbereitet bin, schon zur ersten Probe muss ich genau wissen, was ich will, und wie es sein muss usw. Das ist natürlich ein großer Druck, manchmal, aber, Gott sein Dank, ich schaffe es noch, im Moment." So Lahav Shani im Radio-Interview.

Geboren wurde Lahav Shani 1989 in Tel Aviv, beide Eltern sind Musiker. Das heimische Klavier hat er im Kleinkindalter intuitiv entdeckt. Später hat sich eine Lehrerin des begabten Jungen angenommen, der im Laufe seiner Kindheit nicht nur Klavier spielte sondern auch Kontrabass. Das Orchester lernte er somit gleich von drei Seiten kennen: Als Klaviersolist und Dirigent vorn und als Musiker mittendrin. Ans Dirigentenpult zog ihn teils Neugier, teils der Wunsch, große Orchesterwerke nicht nur unter fremder Leitung zu spielen, sondern sie selbst zu interpretieren.

Und eine bessere Schule als die eines Orchestermusikers kann es für einen Dirigenten eigentlich nicht geben, ist Lahav Shani überzeugt: Wie kommuniziert man mit 100 Musikern, wie geht man mit ihnen um, was sollte man vermeiden - manche Fehler musste er, Lahav Shani, gar nicht erst machen. Sein Weg führte ihn von Tel Aviv nach Berlin – auch nach seinem Studium ist die Stadt sein Wohnsitz geblieben. Hier hat er die Bekanntschaft eines der bedeutendsten Dirigenten gemacht, der mittlerweile so etwas wie ein Mentor geworden ist: Daniel Barenboim. Mittlerweile wird Lahav Shani auch als Nachfolger Zubin Mehtas beim Israel Philharmonic Orchestra gehandelt.

Auch in diesem Programm spielt er seine Doppelbegabung aus – dirigiert das RSB und sitzt mittendrin am Flügel, wenn es ans zweite Klavierkonzert von Dmitrij Schostakowitsch geht.

Das Programmheft zum Nachlesen

Philharmonie Berlin
Aufzeichnung vom 22. Januar 2017

Paul Dukas
"L'apprenti sorcier" (Der Zauberlehrling), Tondichtung für großes Orchester

Dmitrij Schostakowitsch
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 F-Dur op. 102

Igor Strawinsky
"L'Oiseau de feu" (Der Feuervogel), Suite für großes Orchester aus dem gleichnamigen Ballett

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung und Klavier: Lahav Shani

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