KZ-Gedenkstättenleiter gegen Wiederaufbau des Kehlsteinhauses

    Auf einem verschneiten Berg ist ein qualmendes und durch einen Brand beschädigtes Gebäude zu erkennen.
    Das Kehlsteinhauses nach dem Brand am Freitag. © Jason Tschepljakow / dpa / Jason Tschepljakow
    Am Freitag ist das Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg in Berchtesgaden durch ein Feuer weitgehend zerstört worden. Der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Wagner, ist gegen einen originalgetreuen Wiederaufbau. Eine Nachbildung des von den Nationalsozialisten errichteten Gebäudes simuliert aus seiner Sicht lediglich Authentizität und wäre "kein historisches Beweismittel“ mehr, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch eine Ruine könnte von Rechtsextremisten romantisiert werden. Sein Vorschlag ist ein Neubau mit "sichtbaren baulichen Relikten“. Bayerns Wissenschaftsminister Blume hatte dagegen erklärt, das Kehlsteinhaus als Zeugnis der Geschichte und Ort der Aufklärung für kommende Generationen wieder aufbauen zu wollen. Das Kehlsteinhaus war in den 1930er Jahren als Ausflugsziel für Adolf Hitler gebaut und seit 1952 als Berggaststätte genutzt worden. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung. Sie hatte einen 33 Jahre alten Tatverdächtigen festgenommen.